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Luzi-2004-02

Name: Luzi
Geschlecht: weiblich

Luzi-2005-02Luzi-2006-01

Beschreibung:

Menschenbezogen, aber auch freundlich zu allen nicht-menschlichen Tieren. Zart und doch unverwüstlich.

Luzi kam zusammen mit ihrer Schwester Cilly mit 41 Grad Fieber zu uns. Während der Reise von der Insel Kreta war bei beiden Staupe ausgebrochen und die Hunde waren zu schwach um stehen zu können. Nach drei Monaten hatte Luzi die Staupe besiegt. Cilly hat es nicht geschafft. Luzi behielt nur einen Staupe-Tick. Die lange und intensive Pflege machte aus Luzi, dem gemobbten Heimkind, einen extrem menschenfreundlichen kleinen Renn-Hund.

Luzi, ein Windhund-Colli-Terrier-Mix, war zart, vorsichtig, sensibel. Sie ging mit in den Tierschutzunterricht und freute sich über jeden Besuch. Ihrer besten Freundin Ayse hat sie beigebracht, dass man als Hund nicht pauschal Panik vor Menschen haben muss, sondern dass die auch ganz nett sein können und man viel Spaß mit ihnen haben kann.

Als Luzi anfing, unter Gehstörungen zu leiden, wurde als Ursache eine unaufhaltsame Degeneration des Kleinhirns festgestellt. Die unheilbare Erkrankung hätte sie schon bald bewegungsunfähig gemacht, hätten wir ihr nicht einen speziell für sie angefertigten Rollwagen besorgen können. Damit blieb die sportliche Hündin lange Zeit mobil, auch als ihre Hinterbeine vollständig gelähmt waren. Ferienspielkinder, andere Spaziergänger, sogar die Presse: alle staunten, wenn wie schnell sie mit ihrem Wägelchen durch die Gegend flitzte und welchen Spaß sie dabei hatte. Der Pflegeaufwand war hoch: Luzi brauchte mit dem Fortschreiten der Erkrankung immer mehr Hilfe. Doch die Beweglichkeit, die sie mit ihrem Rollwagen erhielt, ließ eine Ferienspielteilnehmerin zurecht feststellen: „Luzi ist die Königin der Räder!“

Ayse war ihr bis zum Schluss eine treue Freundin, die mit ihr das Körbchen teilte, als Luzi keine Rennspiele mehr spielen konnte, regelmäßig Ringkämpfe mit ihr im Körbchen veranstaltete und ihr bei der Körperpflege behilflich war.

Luzi hat uns schließlich Signale gegeben, die wir so gedeutet haben, dass die Freiheit und Bewegungsfreude, die sie noch lange nach Beginn ihrer unheilbaren Krankheit dank ihres tollen Rollis erlebte, auf ein Minimum zusammengeschmolzen war.  Es ist schwer, die Entscheidung über Leben und Tod für jemand anderen zu treffen. Wir treffen sie trotzdem immer wieder und halfen auch Luzi würdevoll in den Hundehimmel.

 

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