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Sando-2009-06

Name: Sandokan
Geschlecht: männlich

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Beschreibung:

Mehrfachbehinderter kleiner Kämpfer, FIV-positiv

Sandokan hätte buchstäblich vor einem vollen Teller verhungern könen, als er zu uns kam: durch seine große Gaumenspalte lief ihm Futterbrei zur Nase heraus. Als Spätfolge chronischen Katzenschnupfens war seine Nase mit Zubildungen zugewuchert, so dass er immer mit offenem  Mund atmen musste. Diese schlimmsten seiner Gebrechen waren weder Tierärzten noch seinen früheren Betreuern aufgefallen. Wir waren also nicht darauf vorbereitet, dass er außer seiner FIV-Infektion noch jede Menge anderer Handicaps hatte, und fielen aus allen Wolken. Dank großzügiger Spenden konnten wir dem kleinen Kämpfer helfen, ihn operieren lassen, und er hatte danach trotz seiner schweren Erkrankung und mehrerer Behinderungen hier im Kreis anderer Katzen, der Hunde und Menschen drei gute und für alle häufig sehr spaßige Jahre!
 
Sando war der Freund aller Kinder und schnell der Liebling aller Gäste. Es war wohl sein ungewöhnlich sonniges Gemüt, das er jedem entgegenbrachte, obwohl Menschen ihm furchtbar mitgespielt hatten. Er war immer freundlich und vertrauensselig, verspielt, genoss endlose Streicheleinheiten der Kinder und war in seiner unbeholfenen und im nächsten Moment wieder geschickten und blitzschnellen Reaktion der Kasper der Küchen-WG. Er mochte große Hunde.
 
Sando bekam die ganze Zeit Antibiotika, da er neben seiner FIV-Erkrankung chronischen Katzenschnupfen behielt und die Verwachsungen in der Nasenhöhle nicht operabel waren. Zur Entlastung der Nieren aß er Nierendiät. Wir zogen mehrere Tierärzte zu Rate um keine Therapiemöglichkeit zu übersehen, ihn aber auch nicht mit sinnlosen Eingriffen zu belasten. Zu seinen alten Verletzungen zählte auch das fehlende Augenlicht auf der linken Seite.
 
Dieser kleine, für jede Freundlichkeit dankbare Kerl machte uns täglich die tragische Hilflosigkeit aller Tiere dieser Erde gegenüber Gleichgültigkeit und brutaler Gewalt von Menschen bewusst. Selbst fremde Menschen nahmen am Schicksal der tauben, seh- und gehbehinderten, chronisch kranken und verstümmelten Katze großen Anteil.
 
Sando hat auf seine positive und charmante Art Menschen für Tiere sensibilisiert – nicht nur für Katzen – für all die Tiere halt, die, wie wir auch, leben wollen, ohne gequält zu werden. Durch sein Dasein haben manche Menschen angefangen auch über andere wehrlose, freundliche, unschuldige Wesen nachzudenken – über Mäuse im Labor, Schweine in der Gaskammer, Pferde im Zirkuskäfig, Kaninchen vor der Flinte des Jägers, unliebsame Hunde oder Katzen, wie Sandokan, die man zum Sterben einfach sich selbst überlassen hatte...    
 
Sando hatte zunächst eine, später zwei Patentanten, die uns in jeglichen Situationen fürsorglich halfen, alles für ihn zu tun, was in den drei Jahren möglich war. Ganz herzlichen Dank dafür!

Jedes Tier ist einzigartig toll. Aber Sando mit seinem schweren Schicksal und seinem sonnigen Gemüt, wenn er so dasaß und einen mit seinem einen Auge und schief gelegtem Kopf von unten fragend ansah, hat sich vielen besonders tief ins Herz gefressen. Wir werden ihn nicht vergessen!

 

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