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Name: Emma
Geschlecht: weiblich

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Beschreibung:

betagte schwarze Katzendame mit weißen Pfötchen

Zusammen mit ihrer „Gesellschafterin“ Molly fingen wir die kleine, damals schon betagte schwarze Katzendame mit den weißen Pfötchen vor Jahren im Rhedaer Forst. Lina hatte Emma bei strömendem Regen am Boden im nassen Laub gefunden. Sie hatte kaum noch Zähne und eine Autoimmunkrankheit, die sämtliche Pfotenballen befallen hatte und Klettern nahezu unmöglich machte.

Nach Auskunft von Anwohnern hatten sich die beiden Tiere vier Jahre lang am Waldrand allein über Wasser gehalten, nachdem ihre Menschen in ein Pflegeheim gezogen waren und die beiden unversorgt zurückgelassen hatten. Hin und wieder erhielten die beiden Katzenseniorinnen etwas zu essen, aber niemand mochte ihnen ein Zuhause geben.

Es war Januar und eiskalt, als Emma in unsere Falle ging. Wir kümmerten uns um ihre Pfötchen, die Würmer und Flöhe, und nach einigen Wochen Quarantäne, damals noch in unserem Gütersloher Badezimmer, zog sie nach oben in den privaten Wohnbereich mit Balkon. Emma hatte mit anderen Katzen wenig am Hut, war sehr ängstlich, wohl auch aufgrund ihres Handicaps, denn sie konnte lange kaum klettern. Dafür war sie sehr schnell mit ihren Krallen bei der Hand. Emma war keine Katze, die sich für Pflegemaßnahmen anbot und sie nahm es mit der Toilette auch nicht so genau... Sie kam ganz gut mit Molly, Ayse und Murphy zurecht, wenn ihr auch an niemandem ernsthaft zu liegen schien. Wir haben ihr viele verschiedene mögliche Freunde angeboten, doch schien sie am liebsten für sich allein zu sein.

Die kleine alte Katze war eine Sonnenanbeterin und lag in Gütersloh oft stundenlang oben auf dem Balkon in der Sonne. Nach einiger Zeit konnte sie auch wieder klettern. Seit ihrem Umzug nach Varensell ging sie im Wechsel
mit den anderen Katzen lange in den großen Garten und erkundete ihn dann bis in seine letzten Ecken. Oft wanderte sie dabei mit der Sonne.

Gegen Ende 2016 ist sie rapide gealtert, benutzte keine Toilette mehr, war taub und konnte immer schlechter sehen. Sie hatte einen Tumor im Kopfbereich und manchmal Koordinationsstörungen, aß dabei aber sehr gerne und war nahezu von einem Tag auf den anderen ungewöhnlich zutraulich geworden. Mehrere Personen konnten sie ausgiebig streicheln, was sie sehr genoss. Dann kam der plötzliche Zusammenbruch, mit dem wir gerechnet hatten.

Die schöne schwarze Emma war nie so präsent und aufgeschlossen wie die lustige Molly, aber in ihrer Eigenwilligkeit und Distanziertheit eben auf ganz andere Art eine unverwechselbare und liebenswerte Persönlichkeit. Wie auch bei Molly sind wir sehr froh darüber, dass wir mit Hilfe anderer Tierfreudinnen und Tierfreunde auch Emma noch ein klein wenig für ihre langen und entbehrungsreichen Jahre obdachlos im Wald entschädigen und ihr Sicherheit, gutes Essen, Fürsorge, medizinische Hilfe und Lebensfreude geben konnten.

 

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