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Haerchen-2006-02

Name: Härchen
Geschlecht: weiblich

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Beschreibung:

Extrem menschenscheu. Lebte mit ihrer Familie schutzlos auf einem Friedhof.
 
Härchen war immer sehr menschenscheu. Anfassen konnte sie keiner. Wollte man sie beim Essen kämmen, weil sie stets Probleme mit dem Haarwechsel hatte, verzichtete sie lieber auf das Essen, obwohl sie ausgesprochen gerne aß. Sie war ein kleiner pechschwarzer Knubbel mit ganz wenigen weißen Härchen am Hals, kaum von Alte Katze zu unterscheiden.
Härchen ist schon zu Beginn ihres Lebens dem Tod nur knapp entkommen. Sie kam ausgemergelt zu uns und ist auch klein geblieben, wog bei gutem Ernährungszustand keine 3 Kilo. Bei all ihren Erkrankungen konnten wir ihr nur wenig helfen, da sie sich nicht anfassen ließ. Haarballen behandelten wir oral, da sie zum Glück meist noch etwas aß. Auch bei vielen Atemwegsinfekten und Harnwegsproblemen aß sie, auch Tabletten. Sie hatte früher großen Hunger gelitten. Da man sie nicht untersuchen konnte, war die Diagnostik bei ihr zeitlebens schwierig bis unmöglich. Als sie nun schwer erkrankte, wollten wir wenigstens einen Versuch machen, Diagnose und Therapie zu bekommen, obwohl das Fangen, Festsetzen, die Fahrt und das Handling vor der Narkose für menschenscheue Tiere puren Stress bedeutet. In der Klinik wurde unter Narkose ein Lungenödem festgestellt. Medikamente halfen nicht, Härchen  litt an Herz- und Nierenversagen. Sie aß keinen Happen und wir konnten ihr weder Medikamente noch Infusion verabreichen, während sie zunehmend Atemnot entwickelte. Schweren Herzens mussten wir von ihr Abschied nehmen.
 
Spezielle Paten hatte Härchen nicht. Aber es gibt einige Personen, die regelmäßig spenden, ohne dies einem einzelnen Tier zuzuordnen. Solche Spenden kommen dann auch Tieren wie Härchen zugute. Wir haben Härchen helfen können, wenn auch nicht in dem Maße, wie wir es gerne getan hätten. Danke dafür.
 
Wütend macht uns die Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit, mit der Menschen Tiere wie Härchen in ihre tragische Lage bringen: Scheue Katzen sind Haustiere, vom Menschen so gezüchtet, dass sie ohne Hilfe nicht überlebensfähig sind – und dabei doch so panisch uns gegenüber, dass wir ihnen oft nicht helfen können! Menschen haben eine Katze und einen Kater unkastriert in Gütersloh herumlaufen und Katzenkinder in die Welt setzen lassen und dann nicht für diese Tiere gesorgt. Es wäre so einfach, das Leiden dieser Tiere zu verhindern, die während ihrer sensiblen Phase keinen vertrauensvollen Kontakt zu Menschen hatten und die Menschen nie als Freunde sehen können. Viele Tiere wie Härchen leiden draußen allein, ohne Schutz und quälend lange.
 
Wir mussten Härchen nur wenige Tage nach dem Abschied von Robby gehen lassen. Neben ihm und Miese hat Härchen ihre letzte Ruhestätte.
 

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