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Kinder haben ein Recht auf Wahrheit

„Elfie“ im Einsatz bei „Tierschutz hautnah“

Pressemitteilung, 24. Juli 2020

Kinder mit Pappschwein Elfie im KastenstandTrotz Coronabedingungen verlebten Rietberger Kinder 3 spannende Vormittage auf dem Lebenshof von Achtung für Tiere e.V. in Varensell. Hautnah gab es Einblicke in tierliches Verhalten und Bedürfnisse, aber auch in Lebenswelten von Tieren, die unter Nutzaspekten leben. Projektleiterin und Tierärztin Astrid Reinke erinnerte daran, dass wir Menschen um ihrer selbst willen achten. Die Teilnehmer diskutierten, ob man das nicht auch anderen Tieren schuldig sei, die fühlende Wesen sind.

Viel Zeit verbrachten die jungen Lebenshofgäste mit Hunden, Katzen, Eseln und Hühnern. Tägliche Spaziergänge mit den Hunden standen auf dem Programm, ebenso Eselputzen, Hufe auskratzen, Hühner füttern und streicheln. „Die Persönlichkeiten der Tiere zu erleben und etwas über ihre Kommunikation zu lernen, macht Kindern großen Spaß“, beobachtet Reinke. „Einige unserer Tiere sind begeistert bei den Ferienspielen dabei, andere beobachten alles aus sicherer Entfernung. Kinder lernen so, Tiere gut zu beobachten und ihre Bedürfnisse zu achten. Wir benutzen sie nicht.“

Viele andere Tiere seien u.a. Gefangenschaft, Zwang, Angst, Schmerz und dem Tod ausgeliefert. „Viele erleben keine Freude, kein Familienleben, keine Zärtlichkeit.“ In Bilderbüchern und Werbung würden z.B. Hühner, Kühe oder Schweine oft glücklich und sogar lachend dargestellt. „Die meisten Kinder wollen nicht, dass Tiere leiden. Es ist anrührend und ermutigend, wie klar die Kinder dies äußern und wie liebevoll sie mit Tieren umgehen. Umso schlimmer ist, wenn sie über deren wahres Leben belogen werden.“   

Die Jungen und Mädchen hörten einen Vortrag über Tierversuche, konnten Kataloge ansehen, in denen Tiere dafür feilgeboten werden und erhielten viele Anregungen, was sie selbst für die Abschaffung von Tierversuchen tun können. Um das Schicksal von Sauen anschaulich zu machen, war ein „Ferkelschutzkorb“ aufgebaut. Darin befand sich „Elfriede“, ein fast lebensgroßes Papp-Schwein. „Viele Kinder denken, dass Sauen eingesperrt werden müssen, damit sie ihre Ferkel nicht erdrücken“ berichtet Reinke. „Was oft verschwiegen wird ist, dass solche Schweinemütter samt Säuglingen auf engstem Raum zusammengepfercht werden. Sauen im Freiland bauen ein Nest und erdrücken ihre Kinder natürlich nicht. Es ist perfide, Kindern gegenüber den Schweinen die Schuld in die Schuhe zu schieben dafür, dass man sie einkerkert. Die Information über Tierleid darf nicht denjenigen vorbehalten bleiben, die daran verdienen!“

Alle zusammen überlegten, womit sich Schweinemütter im Freiland beschäftigen und ihnen war klar, dass arme Schweine wie „Elfie“ nur stehen, liegen und warten können, monatelang. Sie können sich nicht einmal wälzen oder kratzen. Am letzten Tag stellten die Kinder ihr Wissen im Tierschutzquiz unter Beweis und erhielten eine wohlverdiente Urkunde. „Es war für alle eine schöne Zeit. Die Tiere hatten viel Spaß mit den sehr freundlichen und interessierten Kindern.“

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