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Tierethik in der Kinder-Uni Bielefeld

Am 22. Februar hielten der Philosoph Prof. Ralf Stöcker und unsere Vorsitzende Astrid Reinke eine Vorlesung bei der Bielefelder Kinderuni 2013. 800 Schülerinnen und Schüler dritter und vierter Schulklassen aus Ostwestfalen-Lippe befassten sich mit dem Thema Tierethik, insbesondere mit der Frage „Sollen wir Tiere fair behandeln?“

Um das junge Auditorium anzusprechen, wurden kurze Vortragssequenzen, aktivierende Fragen, ein Video und eine Theaterszene geboten. Bilbo erhielt eine Sondergenehmigung zum Betreten der Universität und trug wie immer wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung bei.

Nach einer kurzen Einführung in Philosophie und Ethik ging es um Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Menschen und anderen Tieren und darum, wie wir herausfinden können, ob unser Verhalten gegenüber Tieren fair ist. Sich in die Lebenssituation der Tiere bei uns Menschen hinein zu versetzen ist ein erster Schritt.

Bilbo gab ein lebendes Beispiel ab für die Meinungsverschiedenheiten wenn es darum geht, wie wir Tiere behandeln sollen. Sein Körper sitzt voller Metallgeschosse und während die einen es richtig finden, dass Jäger auf Tiere schießen dürfen, sind andere dagegen und fordern die Abschaffung der Jagd.

Mit Hilfe eine Theaterszene führten Dozenten und Kinder ein philosophisches Gedankenexperiment durch: Die Außerirdische Jessica wollte zwei Menschenkinder zu ihrer Gesellschaft mit auf den Mars nehmen. Die beiden Menschenkinder Juliette und Svenja, in Wirklichkeit Mitglieder unserer Jugendgruppe, legten vor zweimal 400 Kindern und noch einmal so vielen Eltern, die dem Ganzen per Kameraübertragung zugeschaltet waren, eine coole Vorstellung hin. Sie machten sehr deutlich, dass wir Menschen gegen manches von dem protestieren würden, was wir selbst mit Tieren tun, meist ohne weiter darüber nachzudenken.

In einer Studienaufgabe können diejenigen, die es wollen, sich weitergehend mit dem Thema befassen und den Vortragenden ihre Ergebnisse schicken.

Nach der Vorlesung mussten beide Referenten massenhaft Autogramme geben. Dass das Gemeinschaftsprojekt den Acht- bis Zehnjährigen gut gefallen hat, dokumentierten diese auch durch stilechtes Klopfen auf die Bänke und zahlreiche weitere positive Rückmeldungen.

Im letzten Jahr hielt unsere Schatzmeisterin und Tierschutzlehrerin Dr. Martina Kuhtz-Böhnke bei den Kinderunis in Dorfen und Erding bei München Vorlesungen zum Umgang mit Tieren. Immer mehr Tierfreundinnen und Tierfreunde melden sich deutlich, qualifiziert und hartnäckig für die Interessen der Tiere zu Wort. Bislang nimmt die Sicht der Jäger, Landwirte, Tierexperimentatoren, Zoos oder Zirkusse häufig mehr Raum in Bildungsmaterialien, Schulen und diversen Bildungsprojekten ein, als jene ihrer Kritiker. Häufig werden solche Projekte sogar mit Steuergeldern finanziert. Langfristig wird unser Bildungssystem aber nicht umhin kommen, sich mit der Kritik an der traditionellen Tiernutzung auseinander zu setzen.

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