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Eselei

Esel im neuen ZuhauseEnde letzten Jahres hatten wir die beiden alten Eseldamen Lotta und Mira aufgenommen, deren Halter ihr Leben nicht mehr finanzieren konnte. Dass sie trotz ihres hohen Alters gesund seien, entpuppte sich als grandiose Fehlinformation. Man kann eben Tiere nicht einfach irgendwo in eine Ecke stellen, ihnen Futter vorsetzen und dann sich selbst überlassen. Beide Tiere haben offenbar viele Jahre weder einen Tierarzt gesehen noch eine sorgsame Betreuung erfahren. Wir haben nun, gemeinsam mit Lotta und Mira, eine Reihe von Tierarzt- und Hufschmiedbesuchen, Untersuchungen und Behandlungen hinter uns, die noch lange nicht zu Ende sind.
 
ZahnkantenMira musste täglich behandelt werden. Röntgenaufnahmen ergaben eine alte, chronische Hufrehe und alte, unheilbare Knochenläsionen an den Vorderbeinen. Sie hat Strahlfäule, wie Lotta auch, und hatte ein Hufgeschwür. Ihr Gebiss ist in einem schlimmen Zustand. An etlichen Stellen stehen spitze Zahnkanten hoch und verletzten die Mundschleimhaut. Wir können nur ahnen, wie sehr sie unter den scharfen Haken gelitten haben muss, die in die Schleimhaut spießten, Verletzungen hervorriefen und die Nahrungsaufnahme zunehmend einschränkten. Sie konnte nur unter Schmerzen kauen und ist nicht deshalb so mager gewesen, weil sie „einfach alt“ ist, sondern weil es dafür behandelbare medizinische Ursachen gab. Auch Lotta hat, in geringerem Ausmaß, Haken auf den Zähnen.

ZahnkantenDie Zahnkorrektur ist schwierig, weil man bei Equiden die Mundspalte nicht so einfach und weit öffnen kann, wie z.B. bei Hunden. Die Korrektur bei Mira muss schrittweise vorgenommen werden, da sich Gebissstellung und Kiefer durch die riesigen Haken verändert haben. Mira hat bereits eine lange Zahnbehandlung in tiefer Sedation hinter sich. Natürlich sind die starken Beruhigungsmittel für ein so altes Tier gefährlich, aber die Entscheidung, sie entweder langsam vor ihrem gefüllten Heunetz verhungern zu lassen oder das Risiko der Behandlung einzugehen, fiel schnell zu Gunsten des Risikos. Bis die Witterung es zuließ, sie einer zusätzlichen Kreislaufbelastung auszusetzen, päppelten wir sie mit Mash und aufgeweichten Heucobs. In ein paar Wochen müssen Lotta und Mira noch einmal schlafen. Dann geht die Zahnkorrektur weiter und hoffentlich ebenso komplikationslos über die Bühne wie die erste.

EseleiWir sind zu der Überzeugung gekommen, dass unsere Esel dort, wo sie bislang gelebt haben, nicht mehr so beobachtet und versorgt werden, wie wir es mit unserem Verständnis von Tierschutz gerne hätten. Deshalb sind Herbert, Lotta und Mira im Januar umgezogen. Die gute Nachricht ist, dass unsere Vorsitzende sie nun täglich besuchen und ständig ihren Gesundheitszustand und ihre Versorgung überprüfen und manche Behandlungen selbst durchführen kann. Das wird mit zunehmendem Alter der Tiere immer wichtiger. Die schlechte ist, dass wir nun jährlich für die drei Tiere zusammen 3600 Euro Pensionskosten aufbringen müssen, wozu, seitdem Lotta und Mira bei uns sind, bereits etwa 1000 Euro für die bis dahin versäumten tierärztlichen und orthopädischen Maßnahmen sowie Medikamente hinzukamen.

EselspaziergangNein, so hatten wir uns das nicht vorgestellt, und einmal mehr wird deutlich, wie nötig wir einen eigenen kleinen Hof benötigen, auf dem auch unsere Großtiere Platz und Hilfe finden. Aber darauf werden wir noch sehr lange sparen müssen. Bis dahin müssen wir uns behelfen, so gut es geht.

Zurzeit bestehen für die drei Esel Teilpatenschaften in Höhe von insgesamt 105 Euro. Herzlichen Dank den Paten und natürlich auch jenen, die mit ihrer Spende oder regelmäßigen Förderung bei der Versorgung unserer Hunde und Katzen mithelfen oder unsere anderen Aktionen für Tiere möglich machen.

Die drei Langohren brauchen nicht nur unsere tägliche ehrenamtliche Fürsorge, sondern auch finanzielle Solidarität, Esel im neuen Zuhauseum ihren Unterhalt bestreiten zu können. Aktuell fehlen noch monatlich 195 Euro für ihre Unterbringungs- und Futterkosten.
Helfen Sie uns, Herbert, Lotta und Mira auch weiterhin einen schönen gemeinsamen Lebensabend zu garantieren:
Suchen Sie sich Ihren Liebling unter den Dreien aus und helfen Sie ihm mit einer Teilpatenschaft! Es geht Ihnen wie uns: die Wahl fällt zu schwer? Sie können auch alle drei mit einer regelmäßigen Spende bedenken, oder die Arbeit von Achtung für Tiere ganz allgemein fördern.

Oder jetzt sicher, schnell und einfach online spenden:


Vielen Dank für Ihre Hilfe!

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