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Neues von Luzi, Lina und Paulchen

Stand: 4. November 2010
 
Die Vorgeschichte in 3 Akten zu Luzi, Lina und Paulchen finden Sie hier>
Nun wollen wir berichten, was sich inzwischen bei den Dreien getan hat. Besonders empfehlen wir auch die Fotoserie am Ende...

Luzi

tl_files/_aft/bilder/tiere/Hunde/Luzi/Luzi_Profil.jpgLuzis Ausfallerscheinungen sind schlimmer geworden. Sie schwankt im Stehen, knickt nun manchmal auch vorne ein und ist gegenüber anderen Hunden und im Dunklen zunehmend unsicher. Wenn sie unterwegs ist, merkt man nur an der Art, wie sie sich bewegt, dass sich etwas verändert. Sonst ist sie unverändert bewegungsfreudig und munter. Wie schön, dass sie sich nicht so viele Gedanken über ihre Krankheit macht, wie ein Mensch sich machen würde.  
 
Nun hat sie auch endlich eine weitere ausführliche neurologische Untersuchung, u.a. im MRT hinter sich. Dabei konnte als Ursache ihrer Symptome eine Degeneration ihres Kleinhirns ausgemacht werden. Leider ist diese nicht heilbar. Schulmedizinische Methoden um den Prozess zu verlangsamen sind nicht bekannt. Sie bekommt nun etwas aus der homöopathischen Hexenküche. Ob es etwas nützt, weiß ich nicht. Es wird jedenfalls nicht schaden. Der Arzt ist der Überzeugung, dass sie keine Schmerzen hat, und so verhält sie sich auch. Aber natürlich ist die Verletzungsgefahr nun höher. tl_files/_aft/bilder/tiere/Hunde/Luzi/Luzi_als_Kind.jpgDie Erkrankung kann sich rapide in wenigen Wochen verschlimmern oder auch für einige Zeit zum Stillstand kommen – man weiß es nicht. Luzi hatte als junger Hund schwer und lange Staupe. Es ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, aber dennoch möglich, dass dies den Boden für die frühen Degenerationserscheinungen bereitet hat.
 
Wir danken noch einmal allen ganz herzlich, die die aufwendige Untersuchung für Luzi möglich gemacht haben. Wir glauben, alle Spendenquittungen ausgestellt zu haben, (außer für die Personen, die wir hier regelmäßig sehen), aber sollten Sie eine Spendenquittung vermissen, bitten wir das zu entschuldigen und um eine kurze Nachricht unter Berkeul@aol.com.

Lina

tl_files/_aft/bilder/tiere/Hunde/Lina/P1170286.jpgLina wächst sich zu einem wahrscheinlich für uns nicht lösbaren Problem aus. Ihr Durchfall war eine langwierige Komplikation und hat mich viele schlaflose Nächte gekostet. Ich habe sie mehrfach gegen Parasiten behandelt und etliche Medikamente ausprobiert. Zunächst alles wochenlang erfolglos. Dass Bilbo dann auch noch Durchfall bekam, machte die Angelegenheit nicht besser... Seit diesem Wochenende scheinen wir "die Sache" nun in den Griff zu bekommen. Es wird besser, obwohl – das hatten wir zwischendurch schon einige Male gedacht....
 
Weitere Fortschritte
Linas Auge wurde mittlerweile nachuntersucht. Es wird voraussichtlich nicht nachoperiert werden müssen und sieht schon sehr gut aus. Es ist nur wenig kleiner geblieben als das gesunde und die Entzündung ist fast verschwunden.
Lina hat zu ihren beiden kaputten Ellbogen und Hüften noch eine Knochenentzündung im rechten Vorderbein, welche auch die starke Lahmheit erklärt.
 
Da noch nicht geklärt ist, unter welchen Gegebenheiten Lina künftig leben wird, wir auch nicht schon wieder 1200 Euro für ihre Ellbogenoperationen aufbringen können und wegen der Knochenentzündung bekommt sie erst einmal längere Zeit ein entzündungs- und schmerzlinderndes Medikament. Parallel dazu versuchen wir ihre Muskeln aufzubauen. Als Lina kam, war sie nur Haut und Knochen, Dornfortsätze und Beckenknochen stachen hervor und alle Gelenke waren locker. Sie bekommt zurzeit acht verschiedene Medikamente: schulmedizinische, homöopathische und Aufbaupräparate, sowie eine spezielle Diät. Wir müssen etwas Zeit gewinnen, um erfolgversprechende Entscheidungen treffen zu können.  
 
Lina ist jetzt vier Wochen bei uns und hat sich bereits sehr verändert. Ihr Gang ist viel sicherer geworden. Obwohl das Futter wegen ihres Durchfalls in Unmengen nahezu wirkungslos durch sie hindurch zu fegen schien, hat sie drei Kilo zugenommen und zwar reine Muskelmasse. Die Knochenvorsprünge verschwinden bereits und sie ist auch nicht mehr schwach (...was die Zusammenarbeit mit ihr häufig nicht leichter macht). Die ca. 15 cm große knubbelige kahle Kratzstelle am Rücken wächst allmählich zu. Lina ist merklich ruhiger geworden und schläft auch mal ein paar Stunden am Stück. Auch die kombinierten anhaltenden Schrei-Heul-Bellanfälle, sobald sie die kleinste Frustration erlebt, sind weitgehend weg, nicht jedoch, wenn sie auf ihre unsensible Art Bilbo im Garten erfolglos zum Spielen animieren will, und erst recht nicht, wenn sie Katzen erspäht. tl_files/_aft/bilder/tiere/Hunde/Lina/P1170620.jpgSie zerstört auch immer noch vieles, sobald wir etwas liegen lassen, und ist immer noch zu ruppig mit unseren drei anderen Hunden, aber es ist besser geworden. Da sie schnell gelernt hat, Türen zu öffnen, und andere Räume bewohnt als Bilbo (der darin ebenso Meister ist wie Lilly und Robby -  wenn wir von allem soviel hätten, wie von Türen mit Drehknäufen...), mussten wir drei Türgriffe umbauen.
 
Mir gegenüber ist sie ausgesprochen freundlich und hilfsbereit, bietet sie mir doch zu jeder Tages- und Nachtzeit an, für mich eine Katze zu erlegen. Ich sage dauernd "Lina, das möchte ich gar nicht" - aber leider, leider versteht sie das nicht.
 
Das Ausschlusskriterium
Und damit sind wir bei unserem Riesenproblem. Alle Versuche ihre Raserei gegen Katzen zu beeinflussen waren bisher erfolglos. Ich habe Kontakt zu drei weiteren Verhaltensexperten aufgenommen, die vielleicht mehr Erfahrung speziell mit Schäferhunden haben, aber niemand konnte mir Hoffnung machen, ein derartig aggressives Verhalten noch abstellen zu können. Und wir müssten es ja gänzlich abstellen, wenn sie hier bleiben sollte. Nur reduzieren reicht bei 15 Katzen nicht. „Ein bisschen tot“ gibt es nicht. Man möge mir überspitzte Formulierungen nachsehen, aber der ganz normale Wahnsinn hier ist für mich mit einer Portion schwarzem Humor besser zu bewältigen...
 
Natürlich schützen wir die Katzen vor riskanten Situationen. Nur ist das mit wirklich übermenschlichen Anstrengungen verbunden, die auf Dauer niemand durchhalten kann. Vermutlich wird mich niemand mehr erkennen, weil ich in den letzten vier Wochen um Jahre gealtert bin, auch das noch... Menschen sind fehlbar. Uns kann irgendwann im Stress ein Fehler unterlaufen. Wie oft ist hier selbst katzenerfahrenen Menschen schon jemand zwischen den Füßen durch eine Tür geflutscht... oft ohne dass sie/ er es bemerkt hätte!
 
Die Tiere, die hier leben, haben kein perfektes Leben, aber es vergleichsweise gut erwischt. Selten ist eins von ihnen begeistert, wenn jemand Neues dazu kommt. Doch finde ich, dass sie alle sich und wir auch uns in einem überschaubaren Umfang einschränken sollten, wenn dadurch ein Leben gerettet werden oder schlimme Leiden verringert werden können, ohne, dass dadurch an anderer Stelle Leiden verursacht werden. Darum bemühen wir uns, wenn wir neue Tiere aufnehmen. Wir möchten Lina gerne helfen und beistehen, da sie selbst am allerwenigsten dafür kann, dass sie ist, wie sie ist. Doch wir müssen immer auch an die anderen Tiere hier denken.
 
tl_files/_aft/bilder/tiere/Hunde/Lina/P1170635.jpgLina ist nicht dumm. Solange sie nicht durch ihre Raserei abgelenkt ist, möchte sie mit uns Menschen zusammenarbeiten. Man könnte, wenn man Zeit hat, ihr allen möglichen Blödsinn beibringen, der sie beschäftigt, ohne ihre Knochen zu belasten. Allerdings werden die Ellbogen wahrscheinlich noch operiert werden müssen, man muss sie unbedingt gut beobachten. Im Moment, wo sie mit ihrer Flasche Metacam unter dem Arm im Vergleich zum Anfang nahezu elfengleich durch den Tag schwebt, verdrängt man das leicht, aber das Medikament kann die Knochenfragmente in den Ellbogen nicht anschrauben oder entfernen...
 
Lina wäre ein Hund für eine echte Tierfreundin, einen Tierfreund, die/ der hart im Nehmen ist, nicht schnell aufgibt, Erfahrung mit schwierigen großen Hunden hat, sehr konsequent ist, viel Zeit zum Üben, aber keine Nachbarn in der Nähe hat, wenig verlangt und ausgesprochen vorausschauend beim Spazierengehen ist. Lina fängt urplötzlich gerne auch mal Autos, Radfahrer, Fußgänger, Busse, LKW, Kaninchen und Vögel. Einige dieser potentiellen Opfer pirschen sich geradezu hinterhältig leise von hinten an und unsereiner kann das Drama dann nur noch durch Reaktionsschnelle abzuwenden versuchen... Man muss auch damit leben können, dass sie nicht sehr alt und trotzdem teuer wird, und am wichtigsten: weit und breit dürfen keine Katzen und andere Kleintiere in Sicht sein - auch nicht bei den Nachbarn!
 
Sind Sie diese Person? Dann melden Sie sich bitte schnell!!!
 
In unserer Satzung haben wir festgelegt, dass wir grundsätzlich keine Tiere weitergeben, sondern sie bis an ihr Lebensende hier bleiben dürfen. Wir haben auch bislang kein Tier wieder weggeben müssen. Lina haben wir allerdings unter der Auflage übernommen, dass sie hier in das Katzen- und Hunderudel integrierbar ist. Wenn das nicht möglich ist, werden wir sie an Menschen für Tierrechte Würzburg zurückgeben müssen. Wir haben allerdings große Bedenken, wenn sie über Zeitungsanzeigen Fremden angeboten würde. Zu oft können Vorkontrollen Tragödien nicht verhindern. Zu viele Menschen könnte ihre "Macke" zu Perversitäten anstacheln, z.B. sie mit Teletak zu traktieren oder von ihr Katzen massakrieren zu lassen. Wer weiß, ob ihre schwere Augenverletzung nicht daher rührt, dass man ihr Katzen vorgeworfen hat?
 
Lieber wäre uns, wenn jemand, den wir kennen, es mit Lina aufnehmen würde. Sie ist aber durchaus gefährlich, das kann man nicht leugnen. Man muss in ihrer Gegenwart einfach jede Sekunde voll konzentriert sein, um Gefahrenmomente frühzeitig zu entschärfen. Zu diesen Momenten gehören auch jene, wenn Halter freilaufender Hunde, die ihre Tiere nicht im Griff haben, einem auf die Bitte den Hund anzuleinen lässig zurufen "der tut nichts" (während sich der Rehpinscher gerade zwischen Linas Zahnreihen wirft...). Ich muss nicht betonen, dass ich schuldbewusst und mutlos "Meiner aber" rufe, aus jahrelanger Erfahrung mit Harry sicher wissend, dass dies den Haltern "nichts tuender" Hunde in der Regel völlig gleichgültig zu sein scheint... Wir haben also immer einen Maulkorb dabei...
 
tl_files/_aft/bilder/tiere/Hunde/Lina/P1170645.jpgLetzter Versuch
Nachdem diverse Desensibilisierungsversuche, unter anderem mit Lina im Zimmerkäfig, Katzen und Nachbarn nicht länger zuzumuten sind, machen wir nun noch einen letzten modifizierten Versuch. Aus der Tür von einem Flur zu einem Katzenzimmer wird der Glaseinsatz entfernt und auf Linas Seite ein Metallgitter davor montiert. So wird sie die Katzen sehen und riechen können, die Katzen können sich ihr aber vollständig entziehen und vielleicht ist ihr Geschrei außerhalb des Hauses nicht mehr ganz so laut zu hören. Große Hoffnung habe ich nicht, dass sie sich mit der Zeit beruhigen wird und diese Tür muss auch erstmal gebaut werden. Aber wir werden es zumindest versuchen.
 
Wir bitten noch einmal alle Lina-SympathisantInnen, sich selbst und den Bekanntenkreis zu durchforsten, ob nicht vielleicht irgendwo ein geeignetes, weniger gefahrenträchtiges Plätzchen für sie aufzutun ist. Vielen Dank!
 
Wenn wir auch nicht schon wieder wagen, einen Extra-Spendenaufruf zu versenden, benötigen wir aber natürlich trotzdem Hilfe für Lina und die anderen und freuen uns über jede auch kleine Spende, um unsere Arbeit weitermachen zu können. Die gegenwärtige Kostenflut wurde durch Lina bis jetzt um 700 Euro erhöht. Was die Tür kosten wird, wissen wir noch nicht.

Ein Wort zu Bilbo

tl_files/_aft/bilder/tiere/Hundegruppe/Bilbo_und_Lina.jpgWer Lina kennt, lernt Bilbo neu zu schätzen. Wir haben ja über Monate langen Atem, viel Kraft und einige Subluxationen unserer Halswirbelsäulen sowie verrenkte Schultern in Bilbo investieren müssen. Oft habe ich mir unseren gefährlichen, aber lernbegeisterten und konzentrationsfähigen Harry zurückgewünscht! Nun, da wir Lina kennen, wissen wir erst so richtig, was wir an Bilbo haben: Er ist meganett zu allen Katzen, dient den beiden kleinen Hunden als Wärmekissen und freut sich gebremst über jede Aufmerksamkeit, die Lina gleich zu völligem Ausrasten animieren würde. Man kann Bilbo einfach im Garten und im ganzen Haus herumlaufen lassen, ohne auch nur einen einzigen Gedanken an den Aufenthaltsort der Katzen verschwenden zu müssen. Und Bilbo hat wesentlichen Anteil daran, dass Lina jetzt wenigstens frei zwischen den Hunden herumlaufen kann. Bilbo ist ein Held!

Paulchen

tl_files/_aft/bilder/tiere/Katzen/Septemberkatze/DSC01275.jpgPaulchen geht es gut. Er wächst im Augenblick sehr schnell und hat mittlerweile alle Ebenen und diverse Schränke unserer Küche erobert. Er kommt immer besser mit dem einäugigen Sehen zurecht.
 
Wir lassen die Bilder für sich sprechen:

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