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Appell zur Mitgeschöpflichkeit in der Bielefelder Altstadt

Pressemitteilung vom 10. Juli 2017

Tiere im Labor waren Thema im Open-Air Gottesdienst 

Unter blauem Himmel versammelten sich am Sonntag gut 100 Menschen mit etwa 35 Hunden auf dem Kirchplatz am Leineweberbrunnen. Sie feierten den Open Air-Gottesdienst für Mensch und Tier, zu dem Pfarrer Armin Piepenbrink-Rademacher von der StadtKirchenArbeit und der Gütersloher Verein Achtung für Tiere e. V. im neunten Jahr eingeladen hatten.  

„Wir glauben an Jesus Christus, der den Verzweifelten Leben gab, der mit den Hungernden teilte, der die Unterdrückten in Freiheit führte…und der gekreuzigt wurde, weil die Welt nicht umkehren wollte…“. Piepenbrink-Rademacher bezog diese Worte auch auf die Tiere in unserer Gesellschaft. „Mitfühlen,  Beistand, Hilfe, Fürsorge gehören zum Kernbestand christlicher Ethik. Wenn man statt Mitmenschlichkeit sagt Mitgeschöpflichkeit, dann spürt man, wie krass gegen diese Werte verstoßen wird, auch im Zusammenhang mit Tierversuchen.“ Im Anschluss stimmte der Pastor mit seiner Gitarre das Lied „Selig seid ihr“ an. „Es ruft uns zur Wachsamkeit in ethischen Fragen auf und die Aussagen gelten ohne Wenn und Aber auch für unser Verhältnis zu unseren Mitgeschöpfen“. 

„Bei Tierversuchen werden schwere Leiden von Tieren gezielt herbeigeführt. Tiere werden als Messgeräte und Ersatzteillager missbraucht. Ganz besonders qualvolle Experimente sind erlaubt. Die Tiere erleiden ein Unrecht, das zum Himmel schreit“, erklärte Frauke Albersmeier, stellvertretende Vorsitzende von Achtung für Tiere. „Menschen, die Böses tun, schieben oft angeblich gute Zwecke vor. Aber kann es dafür, unschuldige Wesen vorsätzlich in Bündel von Leiden zu verwandeln, eine Rechtfertigung geben?“„Bei Tierversuchen werden schwere Leiden von Tieren gezielt herbeigeführt. Tiere werden als Messgeräte und Ersatzteillager missbraucht. Ganz besonders qualvolle Experimente sind erlaubt. Die Tiere erleiden ein Unrecht, das zum Himmel schreit“, erklärte Frauke Albersmeier, stellvertretende Vorsitzende von Achtung für Tiere. „Menschen, die Böses tun, schieben oft angeblich gute Zwecke vor. Aber kann es dafür, unschuldige Wesen vorsätzlich in Bündel von Leiden zu verwandeln, eine Rechtfertigung geben?“ 

Astrid Reinke erinnerte an die schwarze Hündin Ayse, die viele aus früheren Gottesdiensten kannten. Ayse war vor wenigen Tagen, fast 20-jährig, gestorben. „Wann immer man sie ansah, bedankte Ayse sich mit einem fröhlichen Schwanzwedeln für die Aufmerksamkeit und ließ uns ihr Lächeln spüren“, erzählte die Vorsitzende von Achtung für Tiere e. V. „Sie war die beste Freundin und Krankenpflegerin unserer gelähmten Hündin Luzi, und mit ihrer zurückhaltenden, lieben Art hat Ayse im Tierschutzunterricht Kindern Hundeangst genommen.“ Jugendgruppenmitglied Carla fügte hinzu: „Ayse war eine liebenswerte, unverwechselbare Persönlichkeit. Das sind auch die Mäuse und Ratten in den Laboren, die Schweine, die dort leiden. Es ist nicht genug, dass wir Tiere wie Ayse lieben und gut versorgen. Unsere Traurigkeit und unser Mitgefühl ändern nichts für die Tiere, wenn wir nichts für sie tun. Jeder kann die Welt verändern, mit seiner Zeit, seinem Wissen, seinem Geld, mit Mut und Geduld.“ 

Piepenbrink-Rademacher regte an sich zu fragen: „Was würde Jesus Christus vermutlich sagen - in der Vollmacht Gottes? Tiere sind ebenso empfindsam, verletzlich und wollen in Frieden leben, wie wir Menschen. Aber sie besitzen keine Rechte darauf, können nicht für sich argumentieren. Lasst uns unser Bewusstsein schärfen, uns auch für Tiere einsetzen, ihr Lebensrecht und ihr Bedürfnis nach respektvollen Umgang und Unversehrtheit. Nach meiner festen Überzeugung beinhaltet auch dies das Gebot der Nächstenliebe.“ 

Klavier-Zwischenspiele von Bernard Auge, der den Open-Air-Gottesdienst traditionell musikalisch mitgestaltet, unterstützten die nachdenklich machenden Worte. „Dass dieser Gottesdienst ein ganz besonderes Interesse weckt, merken wir auch daran, wie viele Besucher hinterher lange beim Kirchenkaffee verweilen und miteinander ins Gespräch kommen“, resümiert Piepenbrink-Rademacher. 

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