A-f-T > Presse > Pressemitteilungen > Armes Schaf - 13. Oktober 2012

Armes Schaf

Schafhalter wegen Tierquälerei angezeigt

Pressemitteilung vom 13. Oktober 2012

Das tragische Schicksal eines jungen Schafs nimmt Achtung für Tiere e.V. zum Anlass, Bürgerinnen und Bürger zu Zivilcourage zu ermutigen. „Vernachlässigte Tiere leiden meist im Verborgenen. Wenn ihre Qual doch einmal sichtbar wird, sollten wir schnell und entschlossen einschreiten“, findet Yvonne Herzig-Rother, aktives Vereinsmitglied. „Allerdings haben wir keine hoheitlichen Befugnisse wie Polizei und Veterinäramt“, erklärt Vereinsvorsitzende Astrid Reinke. „Trotzdem können wir in Einzelfällen helfen, weil wir inzwischen wissen, wie Beweise zu sichern sind und Behörden zügig aktiviert werden.“

Dem Hinweis folgend, auf einer Wiese bewege sich ein Schaf seit einer Woche nicht, suchten Vereinsmitglieder einen Schafhalter in Herzebrock auf. Ihnen bot sich ein schockierendes Bild: das stöhnende Lamm konnte kein Futter und Wasser erreichen und wies eine große Wunde auf. Hier waren die Weichteile weggefressen, so dass die Knochen bloß lagen. Das Tier war bis aufs Skelett abgemagert und konnte nicht mehr aufstehen.

Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Mann, der direkt neben seinen Tieren wohnt und arbeitet, nicht bemerkt haben will, dass sich eines bei Regengüssen, Sturm und Sonne nicht mit der Herde bewegen konnte, und es derartig schwer und lange leiden ließ, so Reinke.

Sie forderte den Tierhalter auf, sofort einen Tierarzt zu holen. Yvonne Herzig-Rother schildert ihre Eindrücke: „Wir beobachteten, wie der Tierarzt das zappelnde Lamm tötete. Sehr irritiert hat mich, dass Tierarzt, Tierhalter und eine dritte Person lachten und scherzten, während das Tier starb. Es hatte menschenverschuldet und vermeidbar unvorstellbar gelitten und die drei Personen verhielten sich, als verschrotteten sie eine leblose Maschine.“

„Wir haben uns nicht mit dem Erscheinen des Haustierarztes abspeisen lassen, sondern erstatteten selbst Anzeige“, berichtet Reinke. Für den Erfolg einer Strafanzeige seien detaillierte Angaben und Fotos förderlich. Wenn ein Tier in Not ist solle man im Zweifel lieber einmal zu oft als einmal zu wenig autorisierte Hilfe holen. „Tierschutz hat seit 10 Jahren Grundrechtsrang. Verstöße gegen das Tierschutzgesetz sind Verstöße gegen Grundwerte unserer Gesellschaft. Tiere können sich nicht wehren, nur wir Menschen können ihnen helfen!“

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