Presse > Pressemitteilungen > Demonstration gegen Corona-Experimente an Tieren - 26. April 2020

Demonstration gegen Corona-Experimente an Tieren

Pressemitteilung vom 26. April 2020

„Das Corona-Szenario macht vielen Menschen Angst. Das nutzen Tierexperimentatoren, um ihren nachhaltig beschädigten Ruf aufzupolieren und sich als Heilsbringer aufzuspielen“, sagt Astrid Reinke, Tierärztin und Vorsitzende von Achtung für Tiere e.V. Zugleich seien auf lange Zeit demokratische Rechte ausgehebelt und kritische Bürger mundtot gemacht worden. „Das Demonstrationsrecht ist massiv beschränkt, doch das Quälen geht auf Hochtouren weiter, mit unserem Geld. Undemokratischer geht es kaum!“

Trotzdem rief der Verein zur Mahnwache auf anlässlich des Internationalen Tages zur Abschaffung der Tierversuche. „Genau 10 Personen durften teilnehmen. Die Tiere brauchen jetzt Menschen, die weder wissenschafts- noch autoritätshörig sind. Toll, dass am Samstag spontan 10 Personen für gewaltfreie Forschung zusammengekommen sind.“

Das Coronavirus habe ans Licht gebracht, dass epidemiologische Studien zu Infektionskrankheiten massiv vernachlässigt würden. „Die Entscheider haben offenbar kein Interesse daran, Schäden für uns alle vorzubeugen. Bei Tierversuchen führen identische Versuchsansätze in verschiedenen Laboren immer wieder zu entgegengesetzten Ergebnissen. Fehlerquoten von bis zu 95% beweisen, wie gefährlich Vertrauen in Tierversuche für uns ist. Sie sind für Menschen nicht aussagekräftig.“

Studien an Menschen seien wichtiger denn je. Zellen, Gewebe und Organe von Menschen könne man züchten, ohne jemanden zu quälen und zu töten. „Und sie erlauben Forschung für die Tierart, um die es uns dabei geht: Menschen“, betont Reinke. „Modelle z.B. des menschlichen Immunsystems verwenden menschliche Zellen. Das Zusammenspiel mehrerer Organe kann mit Multiorgansystemen simuliert werden. Aus menschlichen Stammzellen können sog. Organoide, z.B. der menschlichen Lunge, gezüchtet werden.“*

Doch jetzt werde wieder erst einmal nach Tierarten gesucht, die man künstlich mit dem Coronavirus infizieren kann. „Das kostet viel Tierleid, Zeit, Geld und bringt uns nicht voran. Tierversuche haben Alibifunktiont“, sagt Reinke und erinnert beispielsweise an das Medikament TGN 1412, welches gegen Multiple Sklerose helfen sollte, durch das Menschen jedoch Organversagen, Koma und Amputationen erlitten. Affen hatten es in 500-fach höherer Dosis gut vertragen.

„Tierversuche sind eine ethische und wissenschaftliche Katastrophe“, findet Reinke. „Sie sind unvorstellbar grausam für Tiere und gefährlich und oft tödlich für Menschen. Trotzdem sind wir alle gezwungen, sie zu bezahlen. Tierversuche zeigen ein zutiefst egoistisches, lebensverachtendes  Machtdenken, welches wir doch angeblich ablehnen: Wir lassen diejenigen quälen und vernichten, die sich garantiert nicht wehren, ja nicht einmal protestieren können. Unschuldige Tiere, die wir mit Käfigen, Zwangsapparaten und Medikamenten wehrlos machen. Die Tiere werden künstlich in ein Leben im Laborkäfig gezwungen und dort in einen langen qualvollen Tod – um sie dabei auch noch zu beobachten! Wir verhalten uns als Gesellschaft hässlich und böse, wenn wir das dulden. Tiere denken, fühlen und sie wollen leben. Dies sind die wichtigsten Gemeinsamkeiten mit uns Menschen, die jeden Missbrauch im Labor verbieten!“

Tierversuche abzuschaffen sei sofort nötig. „Mit Gewalt, Grausamkeit und Rücksichtslosigkeit werden wir auch keine gute Welt für Menschen erhalten.“ Achtung für Tiere ruft dazu auf, gegen Tierversuche aufzustehen. „Die Tiere, und auch wir Menschen brauchen jeden, der Tierversuche als Irrweg erkannt hat.“ Infos unter www.achtung-fuer-tiere.de oder 05244-9740440.

 

* Infos unter: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/allgemeine-infos/tierversuchsfreie-forschung/542-organchip-technologie-auf-dem-vormarsch; https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/allgemeine-infos/tierversuchsfreie-forschung/110-tierversuchsfreie-forschung-im-21-jahrhundert; Deutsches Tierärzteblatt 10/2019 S. 1402 ff.

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