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27.Juli 2017 Im Ponykarussell lernen Kinder nichts Gutes

Pressemitteilung vom 27. Juli 2017

Demonstration auf Jakobi in Mastholte 

Der Verein Achtung für Tiere e. V. gibt Tieren mit Handicap ein Zuhause und engagiert sich gegen gesetzlich erlaubtes Tierleid. Unter anderem positionieren sich die Mitglieder gegen „tierquälerisches Kreislaufen“ von Pferden in sog. „Ponykarussells“. 

Sie habe noch nie lebensfrohe Pferde in einem Ponykarussell beobachtet, sagt Astrid Reinke, Tierärztin und Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins. „Pferde sind klug und temperamentvoll. Sie zu stumpfsinnigem Kreislaufen zu zwingen, degradiert sie zu Gebrauchsgegenständen und gibt Kindern ein denkbar schlechtes Beispiel. Auf einem teilnahmslos kreisenden Pony zu sitzen, vermittelt Kindern das Gegenteil davon, dass Pferde lebensfroh sind und immer interessiert an allem um sie herum. Auf dem Rücken eines Ponys, das in eine Kirmesreitbahn gezwängt ist, gibt es nichts Wertvolles zu erfahren. Hier wird auf Kosten wehrloser Tiere und nichts ahnender Kinder ganz einfach abkassiert“.

Nach der Abschaffung des Ponykarussells beim Rietberger  Karneval sei man davon ausgegangen, dass Rietberg das Kreisen von Pferden abgeschafft habe. Letzte Woche habe man dann den Hinweis erhalten, dass auf Jakobi in Mastholte und auch in Westerwiehe noch Ponys kreisen müssten. „Es ist schwierig in Erfahrung zu bringen, wo noch Ponykarussells stehen. Das Kreisveterinäramt gibt keine Auskunft“, berichtet Reinke. Ihr sei in Mastholte u.a. ein sehr kleines geflecktes Pony aufgefallen. Wenn die größeren Tiere in der Mitte der winzigen Bahn standen, habe es, wie eine Maschine, weiter Linkskreise gedreht. „Mir schien, dass es vereiterte Augen hatte. Als ich begann es zu beobachten, wurde das Ponyreiten abgebrochen, obwohl es erst früher Nachmittag war.“ Die Tiere seien mit Gepolter über eine steile Rampe ohne Seitenbegrenzung in einen dunklen LKW getrieben worden, der die Stunden vorher in der Sonne gestanden habe.  

„Unsere Demo ist auf reges Interesse gestoßen. Die meisten Menschen wollen keine kreisenden Ponys mehr sehen. Vor allem in der jungen Generation entwickelt sich ein starkes Tierschutzbewusstsein“, bemerkt Vorstandsmitglied Yvonne Herzig-Rother. „Aber auch viele Personen im fortgeschrittenen Alter baten uns darum, direkt auf die große freie Fläche neben dem Ponykarussell zu gehen, damit diejenigen, die nichts ahnende Kleinkinder auf die Pferde setzten, zum Nachdenken angeregt werden.“ 

„Langfristig werden die ewig Gestrigen den Wissenszuwachs und Wertewandel weg von Grausamkeit gegen Tiere nicht verhindern können“, ist Reinke sich sicher. „Jeder, ob jung oder älter, kann dabei helfen. Wer unsere Mahnwache wichtig fand, sollte andere auf den Missbrauch der Tiere im Ponykarussell aufmerksam machen und darauf, dass Kinder über das Wesen und die Bedürfnisse von Pferden dort klar getäuscht werden. Die traurige Situation der Pferde ist sehr deutlich, sie muss nur angesprochen werden“! 

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