Presse > Pressemitteilungen > Tierexperimentatoren arbeiten im eigenen Interesse - 19. Juli 2020

Tierexperimentatoren arbeiten im eigenen Interesse

Pressemitteilung vom 19. Juli 2020

Unterstützt von Aktivisten anderer Organisationen demonstrierte Achtung für Tiere e. V. am Samstag in der Gütersloher Fußgängerzone gegen Tierversuche. Mit Schildern, Redebeiträgen und Sprechchören wie „Forschen nicht foltern“ oder „Tierversuchen gehören abgeschafft, alle, jetzt, für immer!“ erreichten die Demonstranten viel Aufmerksamkeit.

„Tierversuche schaden Mensch und Tier. Bis zu 80% der Mäuse haben Hirnschäden, noch bevor die Versuche anfangen. Die Tiere leben unter künstlichen Bedingungen und werden oft künstlich mit Krankheiten infiziert, die sie normal gar nicht bekommen können. Bis zu 90% der Versuche führen in verschiedenen Laboren zu verschiedenen Ergebnissen. Von 100 im Tierversuch geprüften Medikamenten fallen bei ersten Tests an Menschen bis zu 95% durch,“ erinnert Versammlungsleiterin Astrid Reinke.

Katastrophen wie Contergan gebe es viele. Das Multiple Sklerose-Medikament TGN1412 z.B. sei in 500-facher Dosis von Affen gut vertragen worden. Bei Menschen führte es zu schwersten Nebenwirkungen, Koma, Amputationen und Tod. Tests mit menschlichem Blut hätten die Gefahr zeigen können.

Trotz milliardenschwerer Förderung seien zwei Drittel aller Krankheiten nicht erfolgreich behandel-, erst recht nicht heilbar. „Corona Viren sind lange bekannt. Patientenbeobachtung, epidemiologische Studien, Systeme wie z. B. Lungenorganoide oder Modelle des menschlichen Immunsystems sind für Menschen relevante Methoden. Sie quälen und töten niemanden. Doch der ganz überwiegende Teil der Steuerfördergelder wird mit qualvollen Tierversuchen verschwendet,“ kritisiert die Tierärztin.

Tierversuche seien intransparent. Der Experimentator dürfe Ergebnisse geheim halten, man dürfe bei den Versuchen nicht zusehen, wirksame Kontrollen gebe es nicht, wie Undercoveraufnahmen auch in so genannten renommierten Instituten bewiesen. „Das Leid tragen die Tiere, die Kosten die Steuerzahler, den Schaden wir alle. Tierexperimentatoren fügen Tieren, die empfindsam sind wie sie selber, unvorstellbare Qualen zu. Was sind das für Menschen? Eine Studie ergab, dass Experimentatoren die Leiden der Tiere zu über 60% zu niedrig angaben. Wollen wir Forschern vertrauen, die über Leichen gehen?“

„Tiere denken, fühlen und sie wollen leben. Dies sind die wichtigsten Gemeinsamkeiten mit uns Menschen, die jeden Missbrauch im Labor verbieten! Tierversuche sind der Gipfel der Brutalität!! Man quält Tiere langsam sie zu Tode, sieht ihnen beim Sterben zu. Das ist niederträchtig und steht im Widerspruch zum Selbstverständnis von Wissenschaft. Wir brauchen kein mittelalterliches Gemetzel, sondern intelligente, tierfreie und für Menschen relevante Forschung!“

Achtung für Tiere ruft dazu auf, gegen Tierversuche zu protestieren. „Tiere können sich nicht selbst befreien. Dass wir für Tiere eintreten, das ist ihre einzige Chance.“ Infos, auch zu Schulbesuchen, Vorträgen u.v.m. unter www.achtung-fuer-tiere.de; info@achtung-fuer-tiere.de.

Quellen:

https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/allgemeine-infos/tierversuchsfreie-forschung/542-organchip-technologie-auf-dem-vormarsch; https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/allgemeine-infos/tierversuchsfreie-forschung/110-tierversuchsfreie-forschung-im-21-jahrhundert;
https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/images/pdf/forschungsfoerderung.pdf
Deutsches Tierärzteblatt 10/2019 S. 1402 ff.; https://www.soko-tierschutz.org/
https://www.mpg.de/14672877/alveolaere-epithelien-als-modell-fuer-eine-corona-infektion
https://www.deutschlandfunk.de/studie-ergebnisse-aus-tierversuchen-werden-oft-nicht.676.de.html?dram:article_id=464947

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