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Tierversuche: Harmlosigkeit und Übertragbarkeit sind Wunschdenken

Pressemitteilung vom 23. April 2017

Am Samstag, 22.04.2017 demonstrierte der Verein Achtung für Tiere e.V. mit 20 Personen in der Gütersloher Innenstadt „gegen den staatlich finanzierten Missbrauch empfindungsfähiger Wesen als Messinstrumente und Spielzeuge von Forschern“. Im ganzen Bundesgebiet machten Tierversuchsgegner mit Protestaktionen darauf aufmerksam, dass ca. 3 Millionen Tiere jährlich in deutschen Laboren in Experimenten leiden und sterben, wofür Milliarden Steuergelder fließen.
 
„Tierversuchsgegner kritisieren seit Jahrzehnten mangelnde Reproduzierbarkeit und Übertragbarkeit von Tierversuchsergebnissen. Tierexperimentatoren selbst können jetzt nicht mehr geheim halten, dass bis zu 80% ihrer Opfer bereits durch die artwidrige Haltung bleibende Hirnschäden aufweisen“, erklärt Vereinsvorsitzende Astrid Reinke. „Experimentatoren müssen zugeben, dass der gleiche Tierversuch in verschiedenen Laboren zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Übertragbarkeit auf Menschen ist Wunschdenken. Fortschritte in der Medizin wurden trotz, nicht dank Tierversuchen erreicht“, so Reinke, die auch Mitglied bei Ärzte gegen Tierversuche e. V. ist.

„Was Tieren bei Experimenten angetan wird, ist abscheulich. Nichts kann rechtfertigen, ein empfindsames Wesen vorsätzlich in ein Bündel von Leiden zu verwandeln. Wenn ich Patient in einer Uniklinik bin, dann möchte ich keine Angst vor einem Arzt haben müssen, der wenige Augenblicke vorher noch einen Hund gequält hat“, sagt die Tierärztin. Dem Leiden von Tieren sei in deutschen Laboren keine Obergrenze gesetzt, obwohl EU-Recht das fordere. Eine Passantin meinte: „Hier engagieren sich so viele Menschen unterschiedlichen Alters für hilflose Tiere. Das beschämt mich, denn wir alle müssen uns viel mehr damit befassen. Aber wir Menschen sind oft bequem und wollen uns lieber beruhigen lassen, als eine grausame Wahrheit zu sehen.“

Umfragen zeigten, dass Tierversuche mehrheitlich abgelehnt würden. Auf  Undercovervideos, die erschütternde Grausamkeit dokumentieren, reagiere die Tierversuchslobby mit einer sog. „Informationsinitiative der Wissenschaft“, die sich speziell auch an Schülerinnen und Schüler wende. „Schulklassenführungen durch Labore sollen Transparenz vortäuschen, Mäuse in sauberen Käfigen Tierversuche harmlos erscheinen lassen. Tiere im Todeskampf werden nicht gezeigt. Vielmehr werden Tierversuche einer Behandlung beim Tierarzt gleichgestellt. Das ist zynisch. Wenn Tierexperimentatoren behaupten, Tierversuche, die Tiere stark „belasten“, würden nicht genehmigt, dann ist das klar gelogen. Ca. 170.000 Tiere erleiden pro Jahr „stark belastende“ Experimente, solche also, die Menschen als unerträglich beschreiben würden. Forschungsfreiheit darf nicht dazu führen, dass staatlich finanzierte Wissenschaft „alternative Fakten“ verbreitet“, sagt Reinke.

Tierexperimentatoren kontrollierten selbst, was die Öffentlichkeit erfahre. Auch beim „Tierschutz“ blieben sie unter sich, denn die Tierschutzbeauftragen an den Forschungsinstituten seien selbst Tierexperimentatoren. „Das ist, als würde man Waffenhändler Friedensgespräche leiten lassen“, gibt Reinke zu bedenken. „Tierversuche sind lebensverachtend. Jeder Mensch, der eine humane, sichere Medizin will, sollte mithelfen, das wissenschaftshistorische Relikt Tierversuch endlich loszuwerden.“ Infos unter www.achtung-fuer-tiere.de oder 0152-27199234.

Bildunterzeilen:
Indem sie sich in Käfige sperren oder in einem sog. „Primatenstuhl“ bewegungsunfähig festschnallen ließen, verdeutlichten die Demonstranten das totale Ausgeliefertsein empfindsamer Wesen an eine grausame Wissenschaft.
Die Jugendgruppe von Achtung für Tiere hatte einen Primatenstuhl, Plakate und Versuchsbeschreibungen aus der Perspektive der Tiere angefertigt, die viele Passanten betroffen innehalten ließen.

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