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Unterschriftensammlung für die gequälte Schäferhündin sehr erfolgreich

Vor einigen Wochen informierten wir über eine grauenvolle Tierquälerei in Bünde. Ein Hundehalter hatte seine Schäferhündin qualvoll mit einer Plastikfolie erstickt. Kurze Zeit nachdem er dingfest gemacht wurde, ging er mit dem nächsten Hund spazieren. Laut Presseberichten wies dieser Verletzungen auf und reagierte massiv verängstigt. tl_files/_aft/bilder/tiere/Menschen und Tiere/Astrid-Harry-2008-04.JPG

 

 

Milde Strafen sind an der Tagesordnung, solange Gewalttäter sich nicht an Menschen wagen. Wenig bekannt ist, dass sich viele Gewalttäter mit Tierquälereien auf Menschenquälereien vorbereiten. Dies wird durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt.

 

Das ist einer der Gründe dafür, warum es wichtig ist, dass Gerichte gegen Tierquäler angemessene Strafen verhängen. Leider kommt es tatsächlich nicht einmal in jedem Fall zu einer Anklage und selbst wenn sie erfolgt, sind oft Bewährungsstrafen das Ergebnis solcher Prozesse. Was können aber Bewährungsstrafen konkret bei Persönlichkeiten, die Gefallen am Quälen von  Lebewesen finden, bewirken? tl_files/_aft/bilder/tiere/Hundegruppe/Goliath-Max-2008-01.JPGUnd wie sollen potentielle weitere Opfer, speziell Tiere, die leicht zu beschaffen sind und keine Stimme haben, vor solchen Personen geschützt werden? Diese Täter sollten bezüglich ihrer Gefährlichkeit und ihrer Persönlichkeit genauso betrachtet werden, wie Gewalttäter, die Menschen quälen. Die Struktur der Gewalt und das eigene Gefallen daran bleiben nämlich gleich, egal, ob das Opfer Tier oder Mensch ist. Immer lässt sich feststellen, dass solche Taten gekennzeichnet sind von der Feigheit, Wehrlose zu quälen, dem Gefallen am Leiden anderer und der Unfähigkeit, mit den Belastungen des Lebens auf andere Weise zurechtzukommen. Menschen, die so handeln, sind eine ständige Gefahr für jeden von uns, egal ob Mensch oder Tier.

 

Deswegen ist ein Strafmaß zu fordern, das der brutalen Gewalt in jeder Hinsicht gerecht wird. Mit einer Unterschriftenliste zum Thema Anklage und Strafmaß griffen wir eine Aktion des Tierschutzvereins Herford auf. Allein Achtung für Tiere wurden 3.300 Unterschriften zugeschickt, vielen Listen waren außerdem zustimmende und Mut machende Briefe hinzugefügt. Die Solidaritätsbekundungen waren überwältigend. Insgesamt sind 23.000 Unterschriften zusammengekommen.

 

Ihnen allen, liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, vielen Dank für Ihr Engagement!

 

 

 

Die Tat hat leider einige Personen dazu veranlasst, dem Täter Selbstjustiz anzudrohen. Das hat dem Effekt der Unterschriftensammlung klar geschadet. Ein einfaches aber seit jeher beliebtes Prinzip, Forderungen nach Gerechtigkeit zu untergraben, ist nämlich, die Gewaltbereitschaft Einzelner in einer Sache zu verallgemeinern und allen, die sich in der gleichen Sache engagieren, zu unterstellen.

 

tl_files/_aft/bilder/tiere/Menschen und Tiere/Maedchen-Max-2008.JPGAchtung für Tiere befürwortet zwar eine harte Strafe für Gewalt und Sadismus gegenüber Tieren, lehnt jedoch Selbstjustiz, vor allem aber Gegengewalt in jeder Form, ab. Wir sind der festen Überzeugung, dass nur rechtsstaatliche Mittel und ein bewusstes Umdenken unserer Gesellschaft bezüglich der Bewertung der Leiden von Tieren die Verminderung von Gewalt nachhaltig sichern können.

 

Durch die Androhung körperlicher Gewalt werden die eigentlichen Täter außerdem häufig als Opfer wahrgenommen. Natürlich schlachten sie und ihre Verteidigung die Androhung von Selbstjustiz bestmöglich aus. Das könnte dazu führen, dass das Ausmaß an Grausamkeit der Tat aus dem Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückt, was wiederum zu dem ohnehin in Angelegenheiten von Tierquälerei häufig verhängten niedrigen Strafmaß beitragen könnte.

 

Der Tierschutzverein Herford muss einen möglichst optimalen Zeitpunkt zum Einsatz der  Unterschriften abzupassen versuchen. Um nicht bereits im ersten Schritt sämtliches „Pulver zu verschießen“, werden die Unterschriften aller Wahrscheinlichkeit nach erst im Anschluss an ein ggf. mildes Urteil eingereicht werden - um damit einem Einspruch gehöriges Gewicht zu verleihen.

 

Petition zur Bestrafung von Tierquälerei

 

tl_files/_aft/bilder/tiere/Hundegruppe/Luzi-Harry-2003-02.JPGEine Rechtslage, die immer wieder Bewährungsstrafen für grausame Gewalttaten zulässt, offenbart Nachbesserungsbedarf. Der Tierschutz besitzt seit 2002 Grundrechtsrang. Diese grundlegende Veränderung hat jedoch im Tierschutzgesetz noch keinen nennenswerten Niederschlag gefunden und scheint auch bei der Bestrafung von Tierquälern keine angemessene Beachtung zu finden. Eine Bewährungsstrafe für die geplante bewusst langsame und qualvolle Tötung eines Tieres durch Totschleifen mit dem Auto vermag die Gewaltbereitschaft eines Täters womöglich noch zu motivieren.

 

Die juristische Beurteilung von Gewalt gegen Tiere muss unserem modernen Verständnis ihrer Leidensfähigkeit und dem Zusammenhang mit Angriffen auf Menschen gerecht werden. tl_files/_aft/bilder/tiere/Hunde/Ayse/Ayse-2004-01.JPGUm Gewalt angemessen zu begegnen, bedarf es einer verhältnismäßigen Anwendung rechtsstaatlicher Mittel. Unwahrscheinlich, dass wir der Gewalt in unserer Gesellschaft Herr werden können, solange Grausamkeit gegen die Wehrlosesten wie eine Bagatelle behandelt wird.

 

Tierquälern sinnvolle, angemessene Strafen angedeihen zu lassen, ist in jedem einzelnen Fall notwendig, um Schutz vor brutalen Persönlichkeiten zu gewährleisten und Gerechtigkeit durchzusetzen.

 

Achtung für Tiere bereitet eine Petition zur Verschärfung der Strafvorschrift für Tierquälerei vor, welche derzeit in der Praxis immer wieder zu unverhältnismäßig milden Strafen führt.

 

Falls jemand Presseberichte archiviert hat, die belegen, dass Tierquälerei vor Gericht verharmlost wird, sind wir für die Übersendung unter Angabe der Quelle dankbar.

 

Sind Sie Juristin oder Jurist? Dann brauchen die Tiere und wir genau Sie – und zwar bei der Reflexion und genauen Formulierung einer solchen Petition.

 

Zur Unterstützung dieser Petition werden wir erneut Unterschriften sammeln. Wir würden uns freuen, wenn Sie alle uns dann erneut engagiert helfen würden, damit Tierquälerei endlich nicht mehr milder bestraft wird als Vermögensdelikte!

 

Gerade haben wir erfahren, dass die Staatsanwaltschaft Anklage erheben wird. Der erste Schritt ist also getan.

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