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Hilfe für Wildtiere

Unsere Schatzmeisterin ist Tierärztin in einer ländlichen Gegend Bayerns. Immer wieder werden ihr kranke oder verletzte Wildtiere gebracht. Sie schickte uns kürzlich zwei Erfolgsgeschichten:

Entkräftete Rohrweihe

Als ich an einem regnerischen, kalten Sonntag im Mai von einer Fortbildung nach Hause kam und den gelben Zettel an der Haustür fand: "Kommst du mal rüber? Die Nachbarin", überlegte ich, welches Tier wohl dieses Mal Probleme haben könnte. Im Flur der Nachbarin sah mich aus einem großen Pappkarton völlig durchnässt ein großer brauner Greifvogel an. RohrweiheEin Mädchen hatte ihn entkräftet in einem Busch sitzend gefunden, nicht mehr imstande zu fliegen. Die Nachbarin half ihn zu bergen. Einige Telefonate später hatte ich herausgefunden, wie ich das Tier fürs erste versorgen konnte. Die Nachbarin spendete dazu Fleischreserven aus ihrer Tiefkühltruhe. Inzwischen war der Vogel in der Wärme des Hauses getrocknet, und man sah sein helles Kopfgefieder. Das Internet verriet mir, dass sich eine seltene Rohrweihe in unsere Siedlung verirrt hatte. Das wunderschöne Tier war dünn und schwach.

Am nächsten Morgen brachte ich es in die Münchner Vogelklinik. Der Vogel hatte Parasiten und eine Entzündung, sonst war nichts festzustellen. Schon nach ein paar Tagen konnte er in eine große Voliere gesetzt werden, um dort wieder Fliegen zu üben. Da der Zugvogel vermutlich auf der Durchreise gewesen war, war es nicht nötig, ihn in unserer Gegend wieder auszusetzen. Er wurde einem Falkner übergeben, der die Rohrweihe auswilderte. Hoffentlich wird sie die nächsten Jahre besser überstehen!

WICHTIG: Fassen Sie entkräftete Greifvögel bitte nur mit Handschuhen an, transportieren sie am besten in einem stabilen Pappkarton, um Verletzungen zu vermeiden, und geben Sie sie schnell in fachkundige Hände!

Schwaches Fledermäuschen

Eigentlich komme ich immer gerade von einer Reise zurück, wenn die Nachbarin mir mit einem Tiernotfall auflauert... Wieder einmal winkte sie mich zu ihrer Haustür. Gespannt blickte ich in die Box in ihrer Hand. Der Inhalt ließ angsteinflößende Geräusche hören und zeigte mir drohend lange Reihen spitzer Zähne - allerdings im Miniaturformat. FledermausWas mich anblickte, war ein 4g leichtes Fledermäuschen, das in der Nähe gefunden worden war. Zum Glück wohnt nur 10 km entfernt eine Fledermausfachberaterin, die unter Zuhilfenahme eines dicken Bestimmungsbuches unseren kleinen Gast als Bartfledermaus identifizierte und den Fund an das Landratsamt meldete. Eine Verletzung hatte die Kleine nicht. Auch die für das kleine Geschöpf riesigen Flügel hatten kein Loch.

Am Vortag war es sehr kalt und nass gewesen, vielleicht fehlte ihm einfach nur etwas Kraft? Nach mehreren Telefonaten und Internetrecherche päppelte ich das Tier mit Futter und Wasser. Am Abend wollte es aber nicht wegfliegen. Erst am nächsten Abend wurde die Fledermaus bei Einbruch der Dämmerung ganz unruhig in ihrer Box. Schnell rief ich meine Familie zusammen, um eventuell Suchhelfer zu haben, sollte die Fledermaus nicht kräftig genug sein und doch wieder zu Boden fallen. Doch zum Glück flog das kleine Tier in immer größer werdenden Runden über unseren Garten, dann hoch in die Luft, über die Nachbarhäuser zum nahe gelegenen Weiher. Ein schönes Bild, das ich so schnell nicht vergessen werde!

An einem warmen Abend in den nächsten Tagen wird die Fledermausexpertin bei uns vorbeikommen und einen Detektor mitbringen, der die Laute der Fledermäuse auffangen kann. Vielleicht finden wir den Rückzugsort der Fledermaus und können ihn schützen – ich bin gespannt!

WICHTIG: Sollten Sie eine Fledermaus finden, fassen Sie sie nicht mit bloßen Händen an! Ein Biss kann Krankheiten übertragen. Fledermäuse sind geschützt, ihr Fund sollte gemeldet werden. Wenn möglich, bringen Sie sie bald in fachkundige Hände. Über das Internet finden Sie Ansprechpartner in Ihrer Nähe!

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