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Bellen und Wiehern in der Waldkirche ...

Volle Kirchenbänke beim Gottesdienst für Mensch und Tier

Bei bestem Wetter füllten Tierfreundinnen und Tierfreunde aus Gütersloh, Bielefeld und ganz OWL, allein oder in Gesellschaft ihrer Hunde, die Kirchbänke beim diesjährigen Gottesdienst für Mensch und Tier in der Bielefelder Waterbör. Die vier teilnehmenden Pferde nahmen freundlicherweise mit Stehplätzen vorlieb.
 
Der Gottesdienst war ein schönes Ereignis von etlichen, die unser Verein zusammen mit Pfarrer Piepenbrink-Rademacher von der StadtKirchenArbeit Bielefeld in den letzten Jahren organisierte und durchführte. Wir sind sehr froh, dass wir nach langer Suche auch in unserer Region endlich einen Geistlichen kennen, der ein offenes Ohr für die Leiden der Tiere unter den Interessen der Menschen hat und sich auch traut, darüber öffentlich zu sprechen und sich zu den Tieren zu bekennen.
 
Im Zentrum der Andacht stand die Verantwortung für unsere Mitgeschöpfe. Fünf aktive Mitglieder unserer Jugendgruppe (die leider immer noch keinen eigenen Namen hat…), Robert, Marie, Luca, Svenja und Morlyn, zehn- bis zwölfjährige Schülerinnen und Schüler aus Gütersloh, spielten Szenen aus „Krümels Reise“. Es geht darum, wie Menschen Mäuse, wie Krümel, Maus 693, Jerry oder andere Tiere, wie Bienchen, das Kaninchen, für ihre Zwecke, z.B. Tierversuche benutzen.
 
Ernsthaft, mit viel Einfühlungsvermögen, doch auch mit Augenzwinkern hinterfragten die „Tiere“, was die Menschen mit ihnen anstellen. Maus Jerry nahm die Menschen in Schutz: „Ich glaube, sie wissen nicht, wie viel wir gemeinsam haben. Auch wir leiden in Gefangenschaft, unter Schmerzen und Angst. Wir spielen gerne mit unseren Freunden und kümmern uns liebevoll um unsere Kinder.“ Krümel bat: „Bitte helft uns Tieren. Wir sind nicht schuld an Euren Krankheiten. Wir wollen frei sein und leben, wie Ihr.“
 
Danach erklärten Robert, Luca und Marie, warum sie in der Jugendgruppe mitmachen und sich dem traurigen Thema Tierleid widmen: „Weil Tiere auch wichtig sind. Sie können sich nicht wehren und brauchen unsere Hilfe. Und weil es hier immer viel zu lachen gibt. Wie unternehmen viele tolle Dinge und lernen vieles, was wir in der Schule nicht lernen.“
 
Menschen und Hunde belohnten die Kinder mit begeistertem Applaus, den die Pferde gelassen hinnahmen. Bernhard Auge vom Weimarer Jazz-Trio sorgte mit dem E-Piano für einen optimalen musikalischen Rahmen und wurde teilweise von Pfarrer Piepenbrink-Rademacher mit der Gitarre begleitet. Dieser nahm in seiner Predigt die Motive der Kinder auf. So erinnerte er an das schützenswerte Lebensgeschenk Gottes, welches dieser auch den Tieren macht. „Ich bin sicher, dass es ganz und gar im Sinne Gottes ist, der alles, was lebt, geschaffen hat, dass wir eben alles, was lebt, mehr achten und fair mit ihm umgehen und versuchen, Tierleid möglichst auszuschließen.“ Unter Berufung auf Albert Schweitzers Lebensthema Ehrfurcht vor dem Leben machte Armin Piepenbrink-Rademacher deutlich, dass Schöpfungsverantwortung kein Thema unter vielen ist, sondern ein Auftrag Gottes an die Menschen. „In der Bibel heißt es: und Gott sah an alles, was er geschaffen hatte - und siehe es war sehr gut. Antworten wir ihm darauf so gut wir können mit dem Schutze und der Achtung der ganzen Schöpfung!“
 
Petra Czok aus Gütersloh, Lucas Mutter, war begeistert: „Die Menschen haben den Kindern und dem Pastor sehr genau zugehört. Es war toll – eine fesselnde Mischung aus Nachdenklichem und Fröhlichkeit. Ein moderner Gottesdienst mit tollen Liedern und toller Musik, der mit seiner Begeisterung für die Sache der Tiere ansteckte. Und die Gemeinde reagierte, ging mit und sang schwungvoll Lieder, wie  „Jeder Teil dieser Erde…“ mit.“
 
Pünktlich um 11.45 Uhr, als alles wieder in den Autos verpackt war, fing es leicht zu regnen an. Pfarrer Piepenbrink-Rademacher nahm die Gunst des Wetters als ein Zeichen der Zustimmung: „Die Sonne lacht uns, vielleicht weil Gott selbst unserem Bemühen zustimmt!“
 

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