Eine Handvoll Leben
Armer Wurm – einsam mitten in der Wildnis
Beim Spazierengehen zog Tilly plötzlich energisch an und zu einem kleinen, gut getarnten Häufchen Leben hin: Ein winziges getigertes Kätzchen saß allein zwischen Feldern. Durch das Spiel von Licht und Schatten für uns fast nicht zu erkennen.
Unsere alte Tilly sieht schlecht und hört nichts mehr, aber die Nase geht gut, wie eh und je. Zum Glück ist sie freundlich zu allem, was lebt, und hatte dem Kleinen nichts getan.
Was ich nicht für möglich hielt, funktionierte. Zwar fauchte er ängstlich, aber ich konnte mich ihm gaaaanz langsam nähern, ohne dass er wegsprang. In Zeitlupe umfasste ich den mageren Körper mit einer Hand und hob ihn in meine Ellenbeuge. Er hatte zwar große Angst und fauchte ordentlich, muss aber schon einmal Menschenkontakt gehabt haben. Bis zur 8./9. Lebenswoche entwickeln Katzenkinder Vertrauen zum Menschen – oder nicht. Bis dahin ohne Menschenkontakt aufgewachsene Kätzchen verlieren die Scheu gegenüber Menschen später nur noch sehr schwer.
Bei Hundespaziergängen hat man nicht immer einen Katzenkorb dabei… Zum Glück waren wir zu dritt und ich konnte Polly abgeben. Wir machten auf dem Absatz kehrt und hasteten zurück, so schnell es die drei alten Hunde zuließen, so leise und mit so wenig Erschütterung, wie möglich.
Zuhause richteten wir ihm erst einmal einen großen Meerschweinchenkäfig als Quarantänestation ein, ließen ihn zur Ruhe kommen, gaben ihm zu essen und zu trinken. Die tierärztliche Untersuchung ergab, dass wir ein Katerchen aufgegabelt hatten, mit Flöhen, Würmern, schwerem Durchfall und ausgetrocknet. Hinterteil und Hinterbeine waren kotverklebt. Der Kleine wog nur 500 Gramm. Wir versorgten ihn mit Infusion, Floh- und Wurmkur, behandelten den Durchfall. Er wirkte zu ruhig für sein Alter, hatte große Angst, war schreckhaft und extrem geräuschempfindlich. Wo er auch gelebt hatte, es war ihm schlecht ergangen. Warum sitzt so ein Winzling völlig allein in der Walachei? Von einer Katzenfamilie war keine Spur.
Nach einigen Tagen ging es dem Kleinen etwas besser. Im zuständigen Tierheim war alles voll mit Katzen. Da die Kaninchen ihr Winterzimmer gerade nicht brauchen, werden wir ihn weiter aufpäppeln, bis er vermittelt werden kann oder der andere Tierschutzverein wieder Platz hat.
Das Kind musste einen Namen bekommen. Auf die Schnelle nannten wir den kleinen Tiger wenig fantasievoll „Simba“. Dann wurde „Findus“ diskutiert. Doch da waren diese riesigen Ohren… und der Groschen fiel: er musste einfach „Yoda“ heißen.
Yoda taut auf
Inzwischen isst Yoda ganz gut und bewegt sich mehr. Er nimmt Anteil an seiner Umgebung und genießt kleine Ausflüge unter Aufsicht in den Kaninchengarten. Andere Katzen interessieren ihn sehr. Er lässt sich inzwischen auch gern zu einem Spielchen mit der Angel überreden und schmeißt sich schon zaghaft zum Kraulen und Spielen auf die Seite. Der kleine Mann bekommt viel Besuch, damit er sich an verschiedene Menschen gewöhnt.
Wir sehen uns nach einem Zuhause für ihn um. Ein katzensicher eingezäunter Garten und eine Partnerkatze wären optimal. Sollten seine Menschen in Urlaub fahren, sollte er nicht in einer Pension landen und denken, er sei verlassen worden. Aber auch zweimal täglich versorgt zu werden, und ansonsten allein in einer Wohnung zu warten, wäre schlecht. Tiere müssen täglich sorgfältig beobachtet werden, damit man Veränderungen rechtzeitig feststellen kann. Die Tiere können sich nicht selbst melden und beschreiben, wenn sie ein Problem haben.
Interessierte melden sich unter info@achtung-fuer-tiere.de oder 015227199234.
Yoda hatte großes Glück, dass unsere Tilly ihn gefunden hat. Sehr wahrscheinlich ist seinen Geschwistern und seiner Mutter etwas ganz anderes widerfahren. Wir können jetzt nur alles dafür tun, dass Yodas Glück im Unglück anhält, er groß und stark wird und ein gutes Katzenleben führen kann.
Sie können Yoda helfen.
Mit Ihrer Spende für ihn und all die anderen freilebenden Katzen, die wir seit vielen Jahren täglich versorgen.
Spendenkonto
Achtung für Tiere e.V.
IBAN: DE40 4785 0065 0000 77 13 38
SWIFT-BIC: WELADED1GTL
Sparkasse Gütersloh-Rietberg-Versmold
Ein dramatisches Jahr für Katzen
In diesem Jahr gibt es besonders viele junge Katzen. Seit Jahren fordern der Deutsche Tierschutzbund, unser Dachverband, und ganz viele andere Vereine und Privatmenschen die Einführung der bundesweiten Kastrations- und Kennzeichnungspflicht.
Auch in der Umgebung unseres Hofes sind wieder unkastrierte, heimatlose Katzen aufgetaucht. Wir haben sie der Stadt bereits gemeldet, damit sie gemeinsam mit dem dafür zuständigen Verein tätig wird. Unzählige Fang- und Kastrationsaktionen haben wir in den vergangenen Jahren schon selbst durchgeführt. Auch diese Tierschutzarbeit leisten wir jedoch ohne kommunale Unterstützung.
Sie können mitmachen. Hier finden Sie passendes Material:
Infoplakat zur Fortpflanzung von Katzen 🐈❤️🐈
Kampagnenmaterial vom Deutschen Tierschutzbund:
https://www.jetzt-katzen-helfen.de/infomaterial/
https://www.jetzt-katzen-helfen.de/wissenswertes/strassenkatzen-im-winter/
















