Choco
Choco war eine schwarzbraune Schönheit bis zum letzten Tag, mit wunderschönen grünen Augen und glänzendem dichtem Fell, als hätte man ihn gerade poliert. Als sehr soziale Katze war er früher mit Pfötchen befreundet. Als die zur Einsiedlerin mutierte, wurde Sylvie Chocos Vertraute. Natürlich war sie in den letzten Stunden bei ihm, beide geborgen im kuscheligen Bett, wo sie die Nächte und auch manch kalte Tage verbrachten.
Choco war immer freundlich zu Mensch und Tier, aß gerne, ließ sich aber nur von Bekannten anfassen und nur in bestimmten Situationen. Er ist immer misstrauisch geblieben. Eine Infusionstherapie, wie sie z. B. Max, Molly oder Barbarossa über Monate erhalten hatten, die ihnen noch eine lange gute Zeit verschaffte, war für Choco völlig unmöglich. Wenn man irgendetwas an ihm herumwerkeln wollte, dann schaffte man das vielleicht ein einziges Mal und man musste sehr schnell sein. Danach ließ er sich lange Zeit nicht anfassen.
Unser lieber Choco war eine stete Mahnung, Katzen und Kater kastrieren zu lassen. Nur erheblich weniger Katzen können Menschen gut, nein optimal versorgen. Unzählige Katzen vegetieren wie Wesen dritter oder vierter Klasse. Viele haben einen miserablen Start ins Leben, der nie mehr ausgeglichen werden kann. Mit welchem Aufwand, welch hohem Anspruch werden Menschenleben geplant und wie gleichgültig, ja verächtlich gehen viele Menschen mit nicht menschlichen Leben um!
Schön, dass Choco noch die letzten warmen Sonnentage genießen konnte. Ihm und seiner Familie konnten wir helfen, auch wenn einige von Ihnen nur wenige Jahre auf der Erde waren. Herzlichen Dank Ihnen allen, die uns helfen, Tieren wie Choco Lebensqualität, Sicherheit und Freunde zu geben. Ein ganz besonders lieber Dank geht an Chocos Patin, die sich seiner vor gut einem Jahr angenommen hatte und auch immer Chocos Freunde mit bedachte.
Lieber kleiner schwarzer Kater, schön, dass du bei uns warst!

