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2. September 2021

Gerichtsentscheidungen stärken Protest gegen Ponykarussells

Verein darf Fotos weiter zeigen

 

Achtung für Tiere e.V. hat aktuell 14 Demos gegen Ponykarussells auf Volksfesten angemeldet, für die Gütersloher Michaeliskirmes und Pollhans in Schloss Holte. „Viele Menschen glauben, es gäbe diese tierquälerische Volksbelustigung nicht mehr. Im Kreis Gütersloh ist sie aber noch weit verbreitet“, berichtet Vereinsvorsitzende Astrid Reinke.

Der Verein hatte in den letzten Jahren Erfolge vor Gericht verbucht. „Immer wieder gehen Ponykarussellbetreiber und deren Verbündete gegen die Ausübung demokratischer Rechte vor. Zuletzt wollte Herr Schneider bei Michaelis 2020 unsere Demo aussperren. Wir mussten den Standort am Ponykarussell per einstweilige Anordnung durchsetzen.”

Die Betreiberin eines Ponykarussells habe dem Verein 2019 u.a. verbieten lassen wollen, diese Tiernutzung „Ponykarussell“ zu nennen und als Tierquälerei zu bezeichnen. Durch das Gericht wurde dieses Ansinnen abgewiesen. Auch Fotos vom Ponykarussell mit der Betreiberin zu veröffentlichen, wollte man dem Verein verbieten. Die Auseinandersetzung hierüber ging durch zwei Instanzen. „Wir haben das Ponykarussell genauso abgebildet, wie es in der Öffentlichkeit von der Betreiberin selbst präsentiert wird, und sogar Köpfe verpixelt. Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte die Rechtmäßigkeit unserer Verwendung des Bildes“, erklärt Reinke.

Man nehme demokratische Grundrechte wahr und werde sich darin auch künftig nicht beirren lassen. „Die Ponys selbst können ihrer Situation nicht entkommen und nicht selbst gegen ihre Qual protestieren. Wir Menschen müssen uns für ausgelieferte Tiere einsetzen“, bestätigt die 2. Vorsitzende, Frauke Albersmeier. „Entschlossener denn je“ werde man für die Pferde eintreten. „Solange Gesetzgeber, Entscheidungsträger in Kommunen und einige wenige Eltern nicht begreifen, dass Pferde fühlen, machen wir weiter. Man darf empfindsame Lebewesen nicht wie Gegenstände benutzen und das auch noch Kindern so beibringen.“

Ponykarussells würden von vielen Menschen als Schandflecke der Volksfeste wahrgenommen. Die Reaktionen bei den Vereinsdemos und die Ergebnisse der juristischen Auseinandersetzungen bestärkten den Verein in seinen Aktivitäten. „Pferde gelten übrigens als Schlachttiere. Jedem Pferd droht am Ende potentiell also auch noch all das Leid, was immer wieder bei Tiertransporten, Schlachtstätten und zuletzt einer sog. „Viehsammelstelle“ aufgedeckt wird.“