Hilfe für obdachlose Haustiere

6. Dezember 2020 | Pressemitteilung, Tiere halten

Hilfe für obdachlose Haustiere

Leid wird im Winter augenfällig

Wie sehr heimatlose Hauskatzen leiden, das werde besonders im Winter augenfällig, schreibt der Verein Achtung für Tiere. Er versorgt auf dem Lebenshof in Varensell viele ehemals obdachlose Tiere, die meisten davon mit Handicaps, wie Unsauberkeit, anderen psychischen Problemen, chronischen Krankheiten, menschenscheue und sehr alte Tiere.

„Heimatlose Katzen leiden unter Krankheiten und Geburtskomplikationen. Sie haben Unfälle und verletzen sich an den scharfen Rändern von Konservendosen, wenn sie im Abfall nach ein wenig Essen suchen,“ beschreibt die Vorsitzende Astrid Reinke. „Heimatlose Katzen sind Haustiere. Ihr Elend ist menschengemacht. Die Gesellschaft muss dagegen einschreiten. Tierschutz hat Verfassungsrang!“

„Viele Katzen, die niemand versorgen will, werden geboren, weil es Katzenhaltern an Wissen oder Verantwortungsbewusstsein fehlt. Wir informieren bei Schulveranstaltungen und Ferienspielen über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freilaufkater und -katzen. Aber die allermeisten Menschen mit denen ich spreche, scheinen noch nie von Kastrations- und Kennzeichnungspflicht gehört zu haben. Es ist dringende Aufgabe der Kommunen, über die Vorschrift und die Gründe dafür zu informieren, Verstöße festzustellen und konsequent zu ahnden!“

Hartnäckig kursiere das Gerücht, wer hungernden Katzen Essen gebe, werde automatisch ihr Besitzer. „Totaler Quatsch“, sagt Reinke. „Da fehlt ja schon der Aneignungswille. Außerdem, wo kommen wir hin, wenn jedes Tier, dem wir in der Not helfen, unser Eigentum würde? Mit dieser Falschbehauptung erzieht man Menschen dazu, bei Tierleid wegzusehen und Tiere in ihrer Not im Stich zu lassen! Kaltherzigkeit ist das letzte, was unsere Gesellschaft braucht!“

Heimatlose Katzen sollten den Ordnungsämtern gemeldet werden. „Die schalten in der Regel ein Tierheim ein, mit dem sie zusammenarbeiten. Die Meldung ist wichtig, damit die Kommunen erkennen, dass sie ein Problem haben und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit leisten.“

Kürzlich habe jemand von einer Katze berichtet, die in einem Straßengraben drei Tage lang in einer Lebendfalle eingesperrt gewesen sei. „Schockierend, dass es so böse Katzenhasser gibt. Ich frage mich aber auch, wie man sich diese Tierquälerei drei Tage lang ansehen kann, ohne einzuschreiten.“ Fallen müssten engmaschig kontrolliert werden.

„Ich habe vor einigen Jahren hier in Varensell eine Katze in einer verrosteten unverblendeten Fuchsfalle ohne Meldesystem gefunden. Natürlich bin ich sofort eingeschritten. Dem Fallensteller habe ich dann einen Zettel in der leeren Falle hinterlassen. Er machte sich später unter vier Augen über mich lustig. Menschen, die so etwas tun, haben kein Unrechtsbewusstsein. Die Gesellschaft muss Druck gegen solche Taten aufbauen. Tiere fühlen. Wir müssen sie vor Tierquälern schützen.“

Wer Tierquälerei vermute, der solle Fotos und Videos machen, Zeugenaussagen zusammentragen, Polizei und Veterinäramt einschalten. „Die Tiere können das ja selbst nicht! Sie sind hilflos, wie Säuglinge,“ betont Reinke.

Mila wurde schwer krank und winzig zum Lebenshof nach Varensell gebracht. Sie sollte erschlagen werden. Mila hat überlebt und ist nun für immer in Sicherheit.

Astrid Reinke fand 2015 in Varensell eine verletzte Katze in einer verrosteten Fuchsfalle.

Auf dem Lebenshof in Varensell sind alle Plätze besetzt: Paul (links) hatte man im Alter von 5 Wochen ein Auge herausgeschlagen, Tom lebte heimatlos in einem Parkhaus. Beide sind jetzt Milas Freunde.