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Nicht Liebe, sondern Fairness

Gottesdienst für Mensch und Tier bewegt

Pressemitteilung, 2. Juli 2019

Vergangenen Sonntag hatten Pastor Armin Piepenbrink-Rademacher von der StadtKirchenArbeit Bielefeld und der Verein Achtung für Tiere aus Gütersloh zum sommerlichen Gottesdienst für Mensch und Tier vor der Bielefelder Altstädter Nicolaikirche geladen. Für die musikalische Begleitung sorgte schwungvoll Bernhard Auge vom Weimarer Jazz Trio. Rund 80 Menschen mit knapp 40 Hunden nahmen an dem besonderen Gottesdienst teil. 

Achtung für Tiere e. V. unterhält in Rietberg einen Lebenshof. Jugendgruppensprecherin Carla Fode erzählte von Charlotte und Henriette, von Rosa, Martha und Jette – Hühnern, die als Eierlegemaschinen missbraucht worden seien, in Boden- und in sogenannter Freilandhaltung. Hühner kämen häufig fast nackt, pickelig, mit wunder Haut und ausgemergelt auf den Hof. „Sandbäder nehmen sie genüsslich vom ersten Tag an, auch wenn sie noch kaum Federn haben. Einige Monate später haben sie dann ein wunderschönes dichtes Federkleid, haben gemütliche Nester, kennen Sonne, Wind und Schnee.“

Pastor Piepenbrink-Rademacher erinnerte an die menschliche Verantwortung für die Lebenssituation anderer. „Es ist doch eine wunderbare Freiheit, dass wir unser Leben selbst gestalten dürfen, und uns frei bewegen können. Millionen unserer tierlichen Mitgeschöpfe können das nicht. Das liegt in unserer Verantwortung. Unsere Freiheit verpflichtet, für andere einzustehen.“ Piepenbrink-Rademacher erinnerte an Albert Schweitzers Grundüberzeugung der „Ehrfurcht vor allem Leben“. Die Wahrnehmung, der Schutz und das ehrliche, ernsthafte Engagement  für die Mitgeschöpfe seien zentrale und christliche Gebote.

Achtung für Tiere-Vorsitzende Astrid Reinke forderte Gerechtigkeit für Tiere: „Kein Grund der Welt rechtfertigt es, Tiere zu quälen, nicht das hohe Gut der Wissenschaft, noch, dass wir Produkte aus Tieren lecker finden. Dass wir Dinge immer so gemacht haben, macht sie nicht gut. Das gilt für den Missbrauch von Menschen ebenso wie für den von Tieren.“ Jeder wisse, dass es grausam sei, empfindsame Wesen einzusperren, ihren ihre Säuglinge wegzunehmen, sie zu mästen und zu töten. „Wir müssen unserer Verstrickung in Tierleid ins Auge sehen und anfangen, uns selbst und die Tiere daraus zu befreien. Dabei kommt es nicht darauf an, alle Tiere zu lieben.“

Jugendgruppensprecherin Carla Fode erklärte, wie das gemeint ist: „Es geht nicht um sogenannte Tierliebe. Niemand muss Tiere lieben. Aber Tiere brauchen Nächstenliebe – was bedeutet, den anderen zu respektieren, so wie ich selbst respektiert werden möchte, das Schützenswerte in ihm oder ihr sehen. Auch wirklich zu helfen in der Not. Tiere brauchen Gerechtigkeit, den Schutz ihres Lebens, den Schutz vor Leiden. Das verbindet sie mit uns.“ Die Leckereien beim veganen Kirchenkaffee regten viele zum Verweilen an, um miteinander ins Gespräch zu komm. Weitere Informationen unter www.achtung-fuer-tiere.de.

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