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Pollhans-Demonstration mit Hindernissen

Pressemitteilung vom 22. Oktober 2018

Schausteller besetzen Tierschutzdemoplatz

Am Wochenende demonstrierte der Verein Achtung für Tiere e. V. gegen das Ponyreiten auf dem Pollhans-Markt. Bereits im Januar war die Demonstration „gegen Pollhans-Ponyquälerei“ angemeldet worden. Zwei Tage vor dem ersten Demo-Tag fand ein Ortstermin zweier Mitglieder mit der Polizei statt. Der Standort sei nicht optimal gewesen, aber zumindest praktikabler als 2017, als man wesentlich weiter entfernt vom Ponykarussell gestanden habe.

Als die Demonstranten Samstag ankamen, war allerdings ihr Standplatz von einem Schaustellerwagen mit Beschlag belegt worden. Wichtige Demonstrationszeit ging mit Diskussionen zwischen Schaustellern, Polizei, Marktleitung und Demoteilnehmern verloren. „Man will offenbar mit allen Mitteln verhindern, dass wir Kirmesbesucher aufklären“, ist sich Vereinsvorsitzende Astrid Reinke sicher. Um überhaupt noch demonstrieren zu können, willigte die Tierärztin ein, Samstag teilweise vor dem Schaustellerwagen zu bleiben. „Wir als Ponys verkleidete Teilnehmer mussten uns nun mitten durch den Besucherstrom arbeiten.“

CDU-Europapolitiker Elmar Brok habe die Demonstranten im Vorbeigehen wütend beschimpft. Sie seien geschäftsschädigend und sollten gefälligst Standgebühr zahlen. „Dass die CDU selbst kleinste Schritte in Richtung Tierschutz zu verhindern sucht, erleben wir auch auf der lokalpolitischen Bühne. Dass das Demonstrationsrecht infrage gestellt wird, wenn Tierschützer es wahrnehmen wollen, ist ein Tiefpunkt und zeigt, dass man zu keiner inhaltlichen Auseinandersetzung bereit ist“, so Vorstandsmitglied Yvonne Herzig-Rother. Die Zustimmung der Pollhansbesucher sei hingegen überwältigend und noch viel klarer gewesen als im letzten Jahr. „Sie haben uns Süßigkeiten geschenkt, zur Stärkung! Total nett! Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Pollhans ist anders als z. B. Michaeliskirmes. Vielleicht, weil das Fest nicht unter Schaustellerregie läuft.“

Ende September habe ein Vereinsmitglied aus Schloß Holte-Stukenbrock den Bürgerantrag gestellt, keine städtischen Flächen mehr für Ponykarussells zu vermieten, was am 9. Oktober beraten wurde. Zustimmend äußerten sich vor allem Bündnis 90 /Grüne, FDP und SPD. Marktmeister Henkenjohann meinte, dass seine Enkelin das Karussell vermissen würde. „Ponykarussells vermitteln Kindern, dass wehrlose Tiere missbraucht werden dürfen. Wenn Kinder Tierquälerei vermissen, dann haben Erwachsene etwas falsch gemacht“, kommentiert Tierärztin Reinke. Die meisten Menschen fänden den Anblick der Ponys traurig.

Die Angelegenheit wird am 12. November erneut beraten. „Was ehemals temperamentvolle, erhabene Tiere durchlitten haben, bevor sie sich teilnahmslos, ohne Gegenwehr wie leblose Maschinen benutzen lassen, mag ich mir nicht vorstellen“, kommentiert die Tierärztin. Man müsse weder Pferdeexperte noch Tierarzt sein, um das pferdeuntypische Verhalten der „Karussellpferde“ zu erkennen. Und die Tiere zeigten null Hinwendung zu Menschen.

Etliche Kommunen trügen der Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz Rechnung und vermieteten keine Flächen mehr an Schausteller, die Pferde im Kreis treiben. „Im nächsten Jahr sind wir an allen drei Jahrmarkttagen vor Ort. Und wie bereits in Gütersloh, werden wir einen ganzen Kirmestag lang Ponywachen aufstellen“, kündigt Reinke an.

Infos unter www.achtung-fuer-tiere.de oder 0152-27199234.

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