Aktivitäten > Tierschutz-Aktionen > Demonstration gegen Boehringer Ingelheim in Hannover am 25.06.2008

Demo gegen Boehringer Ingelheim

tl_files/_aft/bilder/themen/Tierschutzaktionen/Tierschutzaktionen3.jpgEtwa 70 Demonstrationsteilnehmer hatten sich am Mittwoch, den 25.06.2008 um 16.30 Uhr auf dem Kantplatz in Hannover versammelt.

Die Veranstaltung richtete sich gegen das geplante Tierversuchslabor für Impfstoffforschung, welches die Fa. Boehringer im Ortsteil Kirchrode u.a. auf Kirchengelände errichten möchte.

Dass der Termin sehr kurzfristig anberaumt war, machte es für uns nicht einfacher, mitten im Semester bzw. an einem normalen Arbeitstag mittags von Gütersloh nach Hannover zu hasten. In letzter Minute klebten wir noch schnell einige frisch kopierte Zitate berühmter Tierversuchsgegner unter den Namenszug unseres Vereinstransparents. Leider hielt die Klebeaktion nur „von zwölf bis Mittag“. Wir lernen daraus fürs nächste Mal…

 

tl_files/_aft/bilder/themen/Tierschutzaktionen/Tierschutzaktionen2.jpgDer Demonstrationszug wurde vom Fernsehsender RTL und mehreren Polizisten begleitet. Die Mehrheit der Teilnehmer bildeten junge Erwachsene. Abends fand in der Jakobigemeinde eine Fragestunde mit Anwohnern und Tierversuchsgegnern auf der einen und Kirchenvertretern und Tierversuchsbefürwortern der Tierärztlichen Hochschule Hannover auf der anderen Seite statt. Moderiert wurde die Veranstaltung von einem Studentenpfarrer. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, etliche Personen standen zusätzlich vor der Tür.

 

Wenn sie auch möglicherweise den Bau nicht verhindern können, so haben die Proteste gegen das geplante Tierversuchslabor zumindest bewirkt, dass Wissenschaft und Kirche versuchen müssen, sich zu rechtfertigen: Prof. Kamphues von der Tierärztlichen Hochschule Hannover behauptete, Menschen hätten eine Würde, Tiere lediglich einen Wert. Deshalb dürften Tieren für die Zwecke des Menschen Leiden aufgezwungen werden. Nach dem Unterschied zwischen Mensch und Tier gefragt, der das Quälen der Tiere zum Nutzen des Menschen rechtfertige, berief er sich darauf, dass Gott den Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen habe. Deshalb dürfe der Mensch Tieren auch Leiden auferlegen. Eine wissenschaftliche Erklärung für die Minderwertigkeit tierlichen Lebens konnte Kamphues nicht liefern. Wir finden es schockierend, dass sich ausgerechnet Tierärzte für Tierversuche engagieren. Dabei suggeriert die Berufsbezeichnung „Tierarzt“, dass sich diese Berufsgruppe für das Wohl der Tiere einsetzt.

tl_files/_aft/bilder/themen/Tierschutzaktionen/Tierschutzaktionen4.jpgWie so häufig wurden ethische Fragen und solche nach dem Nutzen von Tierversuchen nicht beantwortet. Vielmehr wurde vom Thema abgelenkt. Dies wundert uns nicht, denn dass Tierversuche mehr nutzen als schaden, konnte bisher niemand beweisen. Allerdings mehren sich die Beweise für Gefahren durch Tierversuche.

Da zu Hause ein Berg Arbeit für den nächsten Tag auf uns wartete, mussten wir kurz nach 20.00 Uhr den Heimweg antreten. Das Wichtigste beim Thema Tierversuche ist, sie ins Gespräch zu bringen. Wir konnten mit dem sicheren Gefühl nach Hause fahren, sowohl durch die Demonstration als auch durch die daran anschließende Diskussion etliche Menschen zum Nachdenken über Tierversuche veranlasst zu haben.

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