Abschiede

Puschel

Puschel gehörte, zusammen mit Toni und Püppi, zum Hof in Varensell. Die kleine schwarze Katze hatte ein schweres Leben. Die Hofbesitzer berichteten, Puschel habe regelmäßig Katzenkinder bekommen, die, mit Ausnahme ihrer Tochter Püppi, starben. Sobald wir konnten, bereiteten wir dem ein Ende und ließen Puschel und Püppi kastrieren. Wir ließen ihre Blutproben untersuchen und ihre Zähne in Ordnung bringen.

Puschel war klein, dünn und anfangs unglaublich verfloht und verwurmt, wie Püppi und Toni auch. Sie neigte zu Atemwegsinfektionen und Augenentzündungen. Katzen gegenüber  war sie zurückhaltend. Püppi soll sie oft schikaniert haben. Das haben wir selbst nur auf engem Raum bei uns in Gütersloh beobachtet. Zurück in Varensell führten beide miteinander und mit Max ein ausgesprochen fröhliches, harmonisches Leben.

Puschel war eine beeindruckende Persönlichkeit. Sie war ja so klein und doch eine große, mutige und  erfolgreiche Jägerin. Ihr Gesicht war von Kämpfen gezeichnet. Puschel ließ sich zunächst nicht gerne anfassen und nicht auf den Arm nehmen. Das wurde im Laufe der Monate anders. So zurückhaltend sie war, hätte sie uns Menschen doch nie geschlagen oder gebissen. Puschel war eine tapfere kleine Katzenfrau. Wir hätten gerne länger für sie gesorgt, sind nun aber froh, dass sie die letzten Monate hier in Freiheit auf ihrem Hof einen wirklich tollen Sommer erleben konnte.