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4. April 2026

Tieren verstehen, achten und beschützen

Achtung für Tiere bringt Tierethik in Schule und Freizeit

Bei den Ferienspielen von Achtung für Tiere bekamen Jugendliche hautnah einen Eindruck davon, was alles dazugehört, Tiere gut zu versorgen. Zusammen mit Vereinsmitgliedern kümmerten sie sich um Katzen und Kaninchen, putzten Esel, reinigten Hufe, pflegten Pony Fienes üppige Mähne, beobachteten Tiere, die sich in weitläufigen Lebensräumen selbstbestimmt verhielten. Es wurde anschaulich, was Tierärztin und Pädagogin Astrid Reinke erläuterte: „Tiere aus Notsituationen zu retten ist nur ein Schritt. Ihre gute Versorgung ist viel schwieriger. Jeden Tag sind tausende Handgriffe zu tun, viele Jahre lang.“

Die meisten Tiere auf dem Tierschutzhof in Varensell sind alt, viele krank. Was es über sie zu lernen gab, gilt für alle Tiere in menschlicher Obhut. „Tiere verbergen Krankheiten instinktiv. Sie können uns nicht erklären, wie es ihnen geht. Wir müssen es dennoch erkennen, oft sofort handeln. Wie pflegebedürftige Menschen brauchen auch Tiere verlässliche Fürsorge und Hilfe. Rund um die Uhr ist jemand für sie da.“   

Bei Bildungsprojekten von Achtung für Tiere geht es auch darum, dass von Menschen genutzte Tiere die gleichen Bedürfnisse haben wie diejenigen, die auf dem Hof wohnen. „Oft sind es die gleichen Bedürfnisse, wie unsere eigenen. Jugendliche haben Berührungspunkte mit Tieren, als Tierhalter:innen, durch ihre Ernährung, ihre Hobbys…. Wir besprechen grundlegende Gemeinsamkeiten zwischen Menschen und anderen Tierarten. Tiere haben Freunde und Familien, fühlen Angst, Schmerz, Einsamkeit. In Käfigen leiden sie, wie wir im Gefängnis. Sie leiden, wenn wir ihnen ihre Freunde nehmen, ihre Familien zerstören.“

Reinke besucht Schulklassen von der Grundschule bis zum Abitur zu Tierschutzthemen und tierethischen Fragen. „Tierschutz geht sie an. Kindern kann man nicht die ganze Realität des Tierleids zeigen. Aber wir dürfen sie nicht belügen. Sie verstehen, dass Kälber bei ihren Müttern sein wollen, dass Hühner Eier bekommen, um ihre Küken groß zu ziehen. Dass bei der Jagd Tiere leiden und getötet werden.“

Kinderrechte auf Information und Selbstbestimmung müssten auch beim Tierschutz beachtet werden. „Sonst verletzen wir Grundwerte der Demokratie. Der Beutelsbacher Konsens gibt vor, kontroverse Themen in der Bildung kontrovers zu behandeln. Die Mensch-Tier-Beziehung ist ein solches kontroverses Thema. Wir wollen einen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit leisten: mit unserem Unterrichtsmaterial, mit Schulbesuchen und Projekten auf dem Varenseller Tierschutzhof. Auf dem Tierschutzhof beobachten Schüler:innen Lebensweisen, Bedürfnisse und das Verhalten der Tiere. Sie erkennen unterschiedliche Persönlichkeiten der Tiere. Probleme im Umgang mit Tieren würden diskutiert und Entwürfe entwickelt, wie ein Leben mit Tieren besser und gerechter gelingen kann.

Infos unter www.achtung-fuer-tiere.de oder 0152-27199234.