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29. Dezember 2023

Landestierschutzbeauftragte zu Gast bei Achtung für Tiere

 Kürzlich erhielt der Rietberger Verein Achtung für Tiere e.V. Besuch aus Düsseldorf. Die Landestierschutzbeauftragte Dr. Gerlinde von Dehn und ihre persönliche Referentin Melina Brauers hatten sich durch widrige Straßenverhältnisse nach Varensell gekämpft um sich persönlich ein Bild von der Lebenswelt der Tiere auf dem Lebenshof und der täglichen Vereinsarbeit zu machen.

Während des Besuchs traf eine Gruppe Schülerinnen und Schüler ein und wurde von der Tierschutzbeauftragten persönlich begrüßt.

Achtung für Tiere war im Oktober mit dem Landestierschutzpreis NRW ausgezeichnet worden – für seinen ganz praktischen täglichen Einsatz für Tiere im Alltag und die umfassende Informations- und Bildungsarbeit. Während die Tierschutzbeauftragte durch die Lebensräume der Esel, Katzen und anderen Tiere geführt wurde, traf eine Gruppe Schülerinnen und Schüler samt Lehrkraft ein und wurde von der Tierschutzbeauftragten persönlich begrüßt.

 Dr. Gerlinde von Dehn ist Fachtierärztin für Tierschutz und daher mit den Problemen im Tierschutz bestens vertraut. Im Rahmen des persönlichen Treffens fand unter anderem ein Austausch zu eben diesen Problemen, vor allem aus der praktischen Vereinsarbeit, statt – ob es um die traurige Situation der anspruchsvollen Herdenschutzhunde geht, die von Menschen ohne Wissen über Bedürfnisse und Wesen dieser Rassen an- und bald wieder abgeschafft werden oder um das große Leid scheuer Katzen, weil Menschen freilaufende Katzen nicht kastrieren und kennzeichnen lassen. Für die Arbeit der Tierschutzbeauftragten, z. B. die Planung künftiger Tierschutzprojekte, ist es wichtig zu wissen, mit welchen Problemen der praktische Tierschutz zu kämpfen hat, daher findet ein regelmäßiger Austausch mit Tierschutzvereinen, aber auch Tierheimen und Dachverbänden statt.

Der Rundgang über den Varenseller Lebenshof begann bei den Eseln, die an dem Tag keinen Huf vor die Tür setzen mochten.

Die täglichen Probleme von Achtung für Tiere sind vor allem finanzieller Art. „Alle Kosten sind massiv gestiegen und die Menschen spenden weniger. Von den Kommunen bekommen wir überhaupt keine Hilfe, da wir kein Tierheim sind, sondern Tiere mit Handicap lebenslang versorgen. Da fühlt sich niemand verantwortlich, obwohl wir oft unvermittelbare Tiere aus Tierheimen übernehmen. Uns fehlt so nötig ein Grundstock sicherer, einplanbarer Einnahmen,“ erklärt Vorsitzende Astrid Reinke, ebenfalls Tierärztin. „Obwohl wir inzwischen knapp 20.000 Stunden ehrenamtlich pro Jahr leisten, wird die Situation täglich schwieriger. Wir haben massenhaft Anfragen für die Aufnahme zusätzlicher Tiere. Ich muss alle absagen.“ Auch den Stall der Hühner und von Schweineopa Freddy sah sich die Tierschutzbeauftragte gerne an. „Es ist schön zu beobachten, wie reinlich Schweine sind, wenn sie die Möglichkeit und ausreichenden Platz dafür angeboten bekommen. Freddys Schlafhütte ist total sauber, er sucht sich eine Toilettenecke und er stinkt überhaupt nicht – das ist immer noch ein weit verbreiteter Irrglaube zu Schweinen,“ kommentierte sie.

Nach interessanten Einblicken in die tägliche Arbeit auf dem Lebenshof und einem regen Austausch machten sich die Damen auf den Heimweg. „Wir haben uns sehr über den Besuch und die Anteilnahme an unseren täglichen Problemen gefreut und interessante Anregungen für die weitere Vereinsarbeit erhalten,“ freuen sich Reinke und die anderen Vereinsmitglieder.