Unsere Tier-Freunde

Anneliese

Zwei Tage vor Weihnachten holten wir Anneliese, Frieda und Gretel, drei Opfer einer Bodenhaltung, nach Varensell. Sie hatten noch nie Tageslicht gesehen, waren winzig, an vielen Stellen kahl- und wundgerupft. Sie mussten täglich riesige Eier bilden und auspressen. Menschen hatten ihnen übel mitgespielt. Trotzdem fanden die Drei uns interessant und folgten uns oft auf Schritt und Tritt. Die für kleine Kunststücke begeisterungsfähige Anneliese scheint ihr Martyrium am besten verkraftet zu haben. Anneliese ist ein freundlicher kleiner Sonnenschein geworden.

Ari

Ari hatte in Spanien jahrelang auf der Straße und zum Schluss monatelang allein im fensterlosen Verlies einer Tötungsstation vegetiert und stereotype Verhaltensweisen entwickelt. Wie Django und Tilly war Ari extrem scheu und ängstlich. Sie hat einen starken Jagdinstinkt, ist mit fremden Hunden, anderen Tierarten sowie Radfahrern nicht verträglich. Aber sie hat viel gelernt, auch Menschen zu vertrauen. Sie ist eine gute Freundin unserer Helfer, Mitarbeiter und vieler Schulkinder.

Balu

Balu bildet mit Heinerlein ein untrennbares Pferdeduo. Balu hat viele typische chronische Pferdekrankheiten. Sie beschritt zusammen mit Heinerlein einen Leidensweg durch angepriesene „Bereiterinnen und Bereiter“ und jede Menge miserable Ställe. Sowohl das Eingesperrtsein im Käfig (Box), als auch etliche Offenstallanlagen mit Matsch, zu wenig Unterständen für zu viele Pferde, Rangkämpfe mangels Ausweichmöglichkeiten, schlechte Heu- und Strohqualität auch in renommierten Anlagen begünstigten ihre Krankheiten.

Heute leben Balu und Heinerlein so frei wie es nur geht, in ihrem geräumigen Offenstall mit großen, dick eingestreuten Liegeflächen, haben 24 Stunden erstklassiges Heu zur Verfügung und können sich draußen und drinnen frei bewegen, sich ausruhen oder im gestreckten Galopp auspowern.

Benjamin “Benny”

Benjamins Vorgeschichte ist weitgehend unbekannt. Nachdem unser lieber Esel Herbert verstorben war, klaffte eine Lücke im betreuten Wohnen unserer Esel-Alters-WG. Benjamin besitzt, wie alle Tiere, eine ausgeprägte Persönlichkeit. Er ist etwas frech. Im Gegensatz zu Lotta und Mira genießt er es, neue Menschen ein wenig einschüchtern zu können. Das ist aber nicht ernst gemeint. Wie vor ihm Herbert, ist er liebevoll zu allen Menschen, die er kennt, und er passt super auf Lotta und Mira auf.

Biene

Biene stammt, wie Tiger, aus einem Industriegebiet, wo sie zusammen mit ihrer Mutter Maja und anderen Katzen ohne menschliche Fürsorge lebte. Weil die dort eigentlich zuständigen Stellen nach einer Kastrationsaktion Tiere übrigließen, schlugen wir uns monatelang die Nächte um die Ohren, fingen Katzen, ließen sie behandeln und kastrieren und gaben einige Tiere in gute Hände. Biene ist bei uns und Menschen gegenüber scheu geblieben, aber gut mit Sylvie, Püppi und Lilly befreundet.

Caruso

Caruso hatte fast alle seine Damen an einen hungrigen Fuchs verloren. Zusammen mit Aenne und Liesel kam er im September 2017 notfallmäßig zu uns, weil die drei nach diesem Drama lange Zeit schon in einem winzigen, dunklen Verschlag sichergestellt waren. So sahen Sie auch aus! Allerdings war ihr Federkleid immer noch vielmals besser in Schuss als das aller Tiere, die seither aus Massentierhaltung zu uns kommen.

Caruso ist verantwortungsvoll, liebevoll und mutig. Findet er einen Leckerbissen, so bietet er den zuerst seinen Damen an. Und er wacht mit Argusaugen über sie. Katzen und Menschen hat er dabei fest im Griff. Das Zusammenleben im großen Garten klappt ausgezeichnet.

Django

Django kommt aus Spanien. Er war misshandelt worden und verfällt leicht in Panik. Man hat ihm Ohren und den Schwanz abgeschnitten. Er hat eine starke Gehbehinderung, die ihn aber nicht davon abhält, lustig durch die Gegend zu springen. Djangos beste Freundin ist Tilly, die Liebe seines Lebens! Am liebsten arbeitet er zusammen mit ihr im Garten…

Inzwischen ist Django Bekannten gegenüber zutraulicher und ein lustiger, aktiver und sozialer Hund geworden – und stimmgewaltiger Bewacher des Lebenshofes. Django hat vermutlich eine Autoimmunerkrankung, die schubweise auftritt. Er muss deshalb oft notfallmäßig in Kliniken behandelt werden.

Flocke

Flocke kam in ihrem Zuhause mit den anderen Hühnern nicht zurecht. Da bei uns Caruso für Recht und Ordnung sorgt, zog sie zunächst probeweise bei uns ein. Ihre überbeanspruchten Fortpflanzungsorgane sind chronisch verändert. Sie ist inkontinent und hat eine geschädigte Leber. Inzwischen pickt aber auch Flocke viele Stunden täglich zusammen mit ihren neuen Freunden durch den Freilauf, nimmt ausgedehnte Sandbäder und schläft bei Caruso auf der Stange. Nie hätten wir gedacht, dass sie so lange bei uns bleibt!

Willkommen, Freddy!

Freddy ist alt, krank und hat durch Vernachlässigung, Bewegungsmangel und Übergewicht schweren Schaden genommen. Doch schon nach wenigen Tagen auf dem Lebenshof sind die ersten positiven Veränderungen zu sehen. Wir arbeiten jetzt täglich dafür, dass seine letzten Monate oder Jahre die schönsten seines Lebens werden.

Frieda

Zwei Tage vor Weihnachten holten wir Anneliese, Frieda und Gretel, drei Opfer von Bodenhaltung, nach Varensell. Sie hatten noch nie Tageslicht gesehen, waren winzig, an vielen Stellen kahl- und wundgerupft.  Sie mussten täglich riesige Eier bilden und auspressen. Menschen hatten ihnen übel mitgespielt. Trotzdem fanden die Drei uns interessant und folgten uns oft auf Schritt und Tritt.

Frieda wurde anfangs gemobbt, weil sie blutige Wunden hatte. Inzwischen ist alles verheilt und sie ist zutraulich geworden, so als wüsste sie, dass wir sie beschützen, so gut es geht. Auch Frieda erkrankte schwer aufgrund der Rieseneier, die zu legen sie gezwungen war, aber wir konnten sie mit intensiver Therapie für einige Zeit ein zweites Mal retten. Inzwischen ist sie dicht braungefiedert und in der Rangordnung ziemlich weit nach oben gerutscht.

Gertrud

Gertrud lebte allein, bevor sie zu uns kam. Sie ist sehr alt und schläft morgens gerne etwas länger. Caruso findet die alte Dame toll. Sie ihn auch. Die anderen Hühner respektieren unsere große Oma. Auf ihre alten Tage genießt Gerti jeden Tag ihren neuen großen Freundeskreis und den großen Freilauf. Nachts residiert sie zusammen mit Flocke und wechselnden weiteren Hennen bei Caruso im Holzstall im Stall. Wir beobachten immer wieder, dass Gerti sich um kranke Hühner kümmert, sie ist viel um sie herum und schläft neben ihnen.

Gisi

Gisi kommt aus „Freilandhaltung“. Sie war knapp 20 Monate jung und damit einige Monate länger als vielfach üblich massenhaft zusammengesperrt mit täglicher Eierlegequal vernutzt worden. Sie brauchte extrem lange, um sich so gut davon zu erholen, wie es eben geht. Wir können sie nicht für immer vom Eierlegezwang befreien, den gierige Tiervernutzer ihnen angezüchtet haben. In ganz schlimmen Fällen versuchen wir aber, ihn für einige Zeit medikamentös zu unterdrücken.

Hedi

Hedi, Ida und Moritz sind die Kinder von Luna. Die Katzenfamilie war aus einer Autowerkstatt geflogen, weil sie Durchfall hatte. “Büschelohr” Hedi ist die schüchternste, gefolgt von der schwarzen Ida. Anfassen lassen sich beide nur selten und kurz. Moritz und Luna sind da anders gestrickt. Wer sich mit etwas Zeit auf den Boden setzt, der hat schnell 2 neue Freunde…

Heinerlein

Heinerlein ist ein stets freundlicher sanfter Riese, wenn jedoch sein Bewegungsdrang durchbricht, dann steht man besser nicht in seinem Weg. Er ist der langjährige Weggefährte von Balu und ist durch chronische Krankheiten gehandicapt, die ihn für Reiter uninteressant machen.

Balu und Heinerlein hatten unter Bereiterinnen und Bereitern zu leiden. Beide zogen gemeinsam durch etablierte Reitställe. Platz- und Bewegungsmangel, schimmeliges Futter, matschige Ausläufe, entweder Zwingerhaltung oder Offenställe ohne ausreichend Rückzugs- und Schutzmöglichkeiten waren eher die Regel als die Ausnahme. Heinerlein und Balu erlitten Krankheiten und Stress durch immer neue Umzüge in neue Ställe, in denen sich die alten Missstände nach einiger Zeit mehrheitlich wieder einstellten. So konnten kaum Freundschaften entstehen und Balu und Heinerlein blieben für sich die einzige feste Konstante auf ihrem Lebensweg.

Heute leben Balu und Heinerlein so frei wie es nur geht, in ihrem geräumigen Offenstall mit großen, dick eingestreuten Liegeflächen, haben 24 Stunden erstklassiges Heu zur Verfügung und können sich draußen und drinnen frei bewegen, sich ausruhen oder im gestreckten Galopp auspowern.

Hilla

Hilla kommt aus „Freilandhaltung“. Sie war knapp 20 Monate jung und damit einige Monate länger als vielfach üblich massenhaft zusammengesperrt mit täglicher Eierlegequal vernutzt worden. Sie brauchte extrem lange, um sich so gut davon zu erholen, wie es eben geht. Wir können sie nicht für immer vom Eierlegezwang befreien, den gierige Tiervernutzer ihnen angezüchtet haben. In ganz schlimmen Fällen versuchen wir aber, ihn für einige Zeit medikamentös zu unterdrücken.

Ida

Hedi, Ida und Moritz sind die Kinder von Luna. Die Katzenfamilie war aus einer Autowerkstatt geflogen, weil sie Durchfall hatte. “Büschelohr” Hedi ist die schüchternste, gleich gefolgt von der schwarzen Ida. Anfassen lassen sich beide nur selten und kurz.

Ima

Imas Säuglinge waren drei Wochen jung, als die Familie in einer riesigen Industriehalle zwischen Hochregalen, Paletten und gefährlichen Maschinen gefunden wurde. Monatelang fuhren wir das Industriegelände teils mehrmals täglich an, um dort etliche Katzen und Kater einzufangen und kastrieren zu lassen. Ima und ihre Kinder hatten sich unbeliebt gemacht, weil sie die Hallen verunreinigten. Ein Kammerjäger war dort unterwegs.  Ihre drei Kinder haben Achtung für Tiere-Mitglieder bei sich aufgenommen. Ima ist scheu und bei uns geblieben. Sie ist mit Minni befreundet.

Jerry

Auf die Knochen abgemagert, brach Jerry immer wieder in den Katzengarten ein. Dort war er dann auch lange wieder Ausbrecherkönig, mal rein, mal raus. Er ist sehr neugierig, versteckt sich aber auch gerne, so dass man ihn lange suchen muss, während er sich irgendwo unter einer Decke ins Fäustchen lacht. Jerry lebt mit Mila und Meerschweinchen zusammen.

Jupiter

Jupiter ist riesig, 73 cm hoch und 43 Kilo leicht… Er soll 6 Jahre in einer Familie gelebt haben, wo es dann plötzlich Probleme mit einem Kind und mit Fremden gegeben haben soll. Da Jupi während der vielen Monate im Tierheim immer mit Maulkorb mit anderen Hunden und mit Fremden zusammen war, trägt er auch bei uns in solchen Situationen den Maulkorb. Er kann damit hecheln und trinken und Leckerli lassen sich bequem in seinen Mund schieben. Jupi ist zu uns total freundlich, freut sich über jeden, den er kennt und er ist, wie vor ihm Toni und Lina, begnadeter Ballspieler.  

Lilly

Lilly ist nach 20 Jahren immer noch sehr scheu und lässt sich nur von wenigen Personen beim Essen ganz kurz anfassen. Sie ist eine besondere Kletterkünstlerin. Lilly kam vor fast 20 Jahren mit 8 weiteren Familienmitgliedern zu uns. Meist ist sie unsichtbar und Menschen sind ihr nicht wichtig. Wir freuen uns sehr, das irgendwann trotzdem jemand auftauchte und eine Patenschaft für genau diese unsichtbare, kleine drahtige Tigeroma übernahm.

Lotta

Lotta und Mira sind die Überbleibsel aus „Hobbyhaltung“. Als sie alt und teuer wurden, wollten ihre Halter sie los sein. Wir wollten verhindern, dass die beiden das grausame Schicksal sehr, sehr vieler Pferde und Esel ereilte und sie geschlachtet oder auf einen qualvollen Tiertransport verfrachtet wurden.

Lotta wurde uns als gesund übergeben. Aber schnell stellte sich heraus, dass sie zu Verdauungsproblemen neigt, eine chronische Hauterkrankung mit sich herumträgt und mehrere schlimme Hufreheschübe durchgemacht hatte. Wir ließen ihre Hufe, so gut es ging, behandeln und besorgten ihr ganz winzige Hufschuhe für harten Boden. Auf der Wiese ist Lotta ohnehin unwahrscheinlich flink. Aus dem Stand flitzt sie schweifwedelnd im Renngalopp daher.

Lotta ist im Laufe der Zeit zu einem großen Schoßhund mutiert. Obwohl sie unheimlich gerne isst, bleibt ihr vor Genuss das Essen buchstäblich im Halse stecken, wenn sie jemand putzt oder krault. Dann gerät sie in eine Art Trance.

Luna

Luna ist die Mutter unserer Katzenfamilie, die wir im Sommer 2015 zunächst nur vorübergehend für ein Tierheim unterbringen sollten. Die Vermittlung zweier ihrer Kinder gelang. Luna, Hedi, Ida und Moritz sind mangels passender Adoptanten bei uns hängen geblieben. Die zunächst sechsköpfige Familie lebte auf dem Gelände eines KFZ-Betriebs und flog dort durchfallbedingt plötzlich raus.  Luna und Moritz haben sich schnell an die menschliche Gegenwart gewöhnt und sind zutraulich geworden. Wer sich mit etwas Zeit auf den Boden setzt, der hat schnell 2 neue Freunde…

Margot

Margot kommt aus „Freilandhaltung“. Sie war knapp 20 Monate jung und damit einige Monate länger als vielfach üblich massenhaft zusammengesperrt mit täglicher Eierlegequal vernutzt worden. Sie brauchte extrem lange, um sich so gut davon zu erholen, wie es eben geht. Wir können sie nicht für immer vom Eierlegezwang befreien, den gierige Tiervernutzer ihnen angezüchtet haben. In ganz schlimmen Fällen versuchen wir aber, ihn für einige Zeit medikamentös zu unterdrücken.

Margret

Mimi und Margret sind offensichtlich entkommen, bevor sie in die Massenabfertigung der Eierproduktion gequält werden konnten. Wir fingen sie ein, nachdem Spaziergänger drei weiße Hühner tagelang allein in einem Gebüsch beobachtet hatten. Das dritte Huhn war nicht mehr da, Mimi hatte eine Verletzung am Flügel. Beim zuständigen Fundbüro waren keine Hühner vermisst gemeldet. Einzelne Hühner sind ihren Haltern anscheinend vollkommen unwichtig. Mimi und Margret sind extrem ängstlich. Dafür konnten sie gleich besser fliegen als jedes andere Huhn hier auf dem Hof. Die beiden noch nicht ausgemergelten Schönheiten, ihr dichtes, strahlend weißes Gefieder und ihre kraftvollen Bewegungen standen in krassem Gegensatz zu den sechs eine Woche vorher aufgenommenen Opfern aus sog. „Freilandhaltung“. Die waren verletzt, gerupft, schwach und in kritischem Zustand.

Meerschweinchen

Meerschweinchen wurde als Winzling an einem See gefunden und in einen Anhänger verfrachtet. Sie sollte Kinderspielzeug auf einem Hof werden. Aber ihr schlimmer Durchfall erledigte die Kinderbespaßung schnell. Bevor sie wieder ausgesetzt wurde, landete sie, immer noch winzig, lieber bei uns. Ihre Winzigkeit, zusammen mit ihrer Fellzeichnung, hatte ihr den Namen eingebracht.

Merli

Merli hatten wir bereits in unserem ersten Jahr auf dem Lebenshof eingefangen, aufgepäppelt, kastrieren und kennzeichnen lassen. Es muss ihm bei uns gefallen haben, denn er kam zielsicher zurück, als es ihm sehr schlecht ging und er Hilfe bei seiner schlimmen Lungenentzündung brauchte. Seit seiner Genesung brach Merli nun immer wieder in unseren Hausgarten ein. Er musste Menschenkontakt gehabt haben, allerdings hatte ihm niemand geholfen, als er krank wurde und Geld kostete.

Merli ist selbst ängstlich und unsicher und denkt, anderen Katzen gegenüber, Angriff sei die beste Verteidigung. Unsere Kapazitäten für Katzen sind bis zum Anschlag ausgelastet. Merli ist deshalb in die wenigen „Privaträume“ eingezogen und ist mit dieser Notlösung, die für ihn u.a. ein Plätzchen im Bett bedeutet, sehr zufrieden.

Mila

Mila war Fell und Knochen, ein Riesenkopf auf einem Gerippe, gerade 450 Gramm leicht, als sie uns gebracht wurde – zu jung und viel zu schwach und krank, um allein zu überleben. Das Baby war sehr scheu und es kostete einigen Einsatz, bis es sich anfassen ließ.

Überwältigender Hunger half uns dabei, Milas Vertrauen zu gewinnen. Sie ist eine Überlebenskünstlerin – hatte bei so starkem Katzenschnupfen noch Appetit! Wir behandelten ihre Infektionen und die Kleine erholte sich Tag für Tag etwas mehr.

Aus der schwachen, menschenscheuen und ängstlichen Mila ist eine selbstbewusste und mutige kleine Katze geworden, die sogar Murphy zeigt, wo der Hammer hängt…

Mimi

Mimi und Margret sind offensichtlich entkommen, bevor sie in die Massenabfertigung der Eierproduktion gequält werden konnten. Wir fingen sie ein, nachdem Spaziergänger drei weiße Hühner tagelang allein in einem Gebüsch beobachtet hatten. Das dritte Huhn war nicht mehr nicht da, Mimi hatte eine Verletzung am Flügel. Beim zuständigen Fundbüro waren keine Hühner vermisst gemeldet. Einzelne Hühner sind ihren Haltern anscheinend vollkommen unwichtig. Mimi und Margret sind extrem ängstlich. Dafür konnten sie gleich besser fliegen als jedes andere Huhn hier auf dem Hof. Die beiden noch nicht ausgemergelten Schönheiten, ihr dichtes, strahlend weißes Gefieder und ihre kraftvollen Bewegungen standen in krassem Gegensatz zu den sechs eine Woche vorher aufgenommenen Opfern aus sog. „Freilandhaltung“. Die waren verletzt, gerupft, schwach und in kritischem Zustand.

Minni

Minni wog 2 kg und hatte bereits Babys gehabt. Sie war Haut und Knochen, hungrig und unvorsichtig, als sie in unsere Falle ging. Sie, ihr Bruder und ihre Mutter waren drei von unzähligen heimatlosen unkastrierten Katern und Katzen, die draußen ums Überleben kämpfen. Minni hatte Ohrmilben, Flöhe, unzählige Zecken und Würmer. Ihre Schleimhäute waren kreideweiß.

Wir ließen sie kastrieren. Eigentlich wollten wir Minni 10 Tage nach der Operation wieder zurücksetzen. Aber sie war dünn und schwach. In der Gegend, wo Minni herkommt, haben wir keinen Unterschlupf für Katzen ausmachen können und sie wurde nicht gefüttert. Diesen Winzling, den ein Windstoß umpusten konnte, wollten wir nicht dem Überlebenskampf der heimatlosen Katzen aussetzen. Ihren Bruder, der kräftiger war, haben wir allerdings zurückgesetzt und er wird von einer älteren Dame gefüttert. Die etwas weniger scheue Mutter der beiden wird sogar von mehreren Personen versorgt.

Nach einigen Monaten fanden wir für Minni in ein neues schönes Zuhause in einer Wohnung mit eingenetztem Balkon bei der Tochter eines unserer Mitglieder. Minni mochte nämlich nicht in den Garten gehen und hatte auch keine Verträge mit anderen Katzen.  Doch nach vier Jahren verstarb zuerst Minnis Pflegemama und einige Monate später auch deren Mutter, die Minni seither ein liebevolles Zuhause gegeben hatte, und Minni lebt nun wieder bei uns.

Wie viele unserer Tiere sucht Minni noch Paten.

Mira

Lotta und Mira sind die Überbleibsel aus „Hobbyhaltung“. Als sie alt und teuer wurden, wollten ihre Halter sie los sein. Wir wollten verhindern, dass die beiden das grausame Schicksal sehr, sehr vieler Pferde und Esel ereilte, sie geschlachtet oder auf einen qualvollen Tiertransport verfrachtet wurden.

Mira ging es anfangs sehr schlecht. Was sie in ihrer alten Herde in der Enge des dreckigen Stalls mit den vielen starken Jungtieren auszuhalten hatte, mögen wir uns nicht mehr vorstellen. Sie war mager und lahmte anfangs stark. Röntgenaufnahmen zeigten, dass sie unter chronischer Hufrehe leidet, auch Arthrose und Auflösungserscheinungen am Skelettsystem hat. Messerscharfe Zahnkanten konnten erst im zweiten Anlauf unter starker Betäubung entfernt werden. Heute geht es Mira ihrem Alter und ihren Handicaps entsprechend gut. Manchmal auf der Weide oder im Auslauf wird sie noch richtig schnell. Mira wird aber nur langsam warm mit Menschen.  Sie begrüßt uns, sucht aber nicht, wie die anderen Esel, aktiv die Nähe der Menschen.

Moritz

Hedi, Ida und Moritz sind die Kinder von Luna. Die Katzenfamilie war aus einer Autowerkstatt geflogen, weil sie Durchfall hatte. Moritz und Luna haben sich schnell an uns Menschen gewöhnt. Wer sich mit etwas Zeit auf den Boden setzt, der hat schnell 2 charmante neue Freunde. Trotzdem haben die beiden es komischerweise schwer, Paten zu finden.

Murphy

Murphy ist eine arme kleine Hundeseele, die sichere Führung gebraucht hätte. Da es für ihn so jemanden nicht gab, übernahm er selbst das Zepter. Eine lebenslange Heimkarriere schien vorgezeichnet, denn schon innerhalb seines ersten Lebensjahres landete er 4x (!) im Tierheim.

Der kleine Größenwahnsinnige neigt zur Raserei und brachte sich und andere damit in Gefahr. In mühevoller Kleinarbeit haben wir gelernt, was alles den kleinen Gernegroß verunsichert und was ihn stärkt. Er ist kein Hund, den man mit ungeübten Personen allein lassen kann. Wer ihn aber verstehen lernt und ein paar Vorsichtsmaßnahmen beachtet, mit dem hat unser wilder Feger viel Spaß, den er auch zurückgibt.

Oskar

Oskar hatte 15 Jahre lang mit einem Pferd zusammengelebt. Als dieses starb, war er 9 Jahre allein. Mehrere Male war er ausgebrochen und wir hatten ihn anfangs doppelt eingezäunt, damit er auch bestimmt nicht stiften gehen konnte. Das ist nun nicht mehr nötig.

Monatelang suchte der kleine Esel die Nähe der großen Pferde. Erst langsam tastete er sich an seine Artgenossen heran. Inzwischen fühlt er sich auch zwischen ihnen wohl, knabbert gerne an Menschen herum und liefert sich Ringkämpfe mit seinem neuen Freund Benny.

Oskar hat Zahnfehlstellungen, Arthrose und Spätschäden nach Hufrehe. Er darf nicht belastet werden.

Paul

Paul kam als abgemagertes Baby mit einer schweren Kopfverletzung zu uns. Wir mussten sein linkes Auge entfernen lassen. Nach einiger Zeit der Übung, unter sorgfältiger Anleitung seines Ziehvaters Tom, klettert und tobt er heute gerne und hat seinen Spaß dabei schüchterne Katzen zu schikanieren. Das gelang ihm aber nur, solange “die Familie” noch nicht da war. Luna und ihre Kinder haben heute Tom und Paul fest im Griff.

Paula

Paula kommt aus „Freilandhaltung“. Sie war knapp 20 Monate jung und damit einige Monate länger als vielfach üblich massenhaft zusammengesperrt mit täglicher Eierlegequal vernutzt worden. Sie brauchte extrem lange, um sich so gut davon zu erholen, wie es eben geht. Wir können sie nicht für immer vom Eierlegezwang befreien, den gierige Tiervernutzer ihnen angezüchtet haben. In ganz schlimmen Fällen versuchen wir aber, ihn für einige Zeit medikamentös zu unterdrücken.

Pfötchen

Während die Jäger nebenan Treibjagden abhielten, fingen wir vor vielen Jahren monatelang eine große obdachlose Katzenfamilie, 9 Tiere, alle krank, abgemagert, teilweise verletzt oder mit Tumoren, voller Parasiten: Pfötchen und ihre Verwandten. Pfötchen ist scheu, ängstlich und winzig geblieben. Inzwischen wird sie an die 20 Jahre alt sein. Sie sieht schlecht, hört schwer und hat Angst vor anderen Katzen. Aber sie liegt gerne auf dem Balkon in der Sonne und nachts im Bett. Sie spielt mit allerlei Kram, der auf dem Boden herumliegt, benutzt aber auch alle Etagen ihrer Kletterbäume, die sie genau kennt.

Püppi

Püppi ist eine ältere Tochter von Puschel. Auch sie bekam regelmäßig Junge, bevor sie in unsere Falle ging. Während der Vorbereitungen zum Hofkauf ließen wir sie tierärztlich versorgen, ihre Zähne sanieren und sie kastrieren. Püppi ist eine sehr freundliche selbstbewusste Katze. Sie muss schon alt sein. Obwohl sie so freundlich ist, hat sie nie einen einzigen Paten gehabt.

Selma

Selma kommt aus „Freilandhaltung“. Sie war knapp 20 Monate jung und damit einige Monate länger als vielfach üblich massenhaft zusammengesperrt mit täglicher Eierlegequal vernutzt worden. Sie brauchte extrem lange, um sich so gut davon zu erholen, wie es eben geht. Wir können sie nicht für immer vom Eierlegezwang befreien, den gierige Tiervernutzer ihnen angezüchtet haben. In ganz schlimmen Fällen versuchen wir aber, ihn für einige Zeit medikamentös zu unterdrücken.

Sylvie

Sylvie kam klein, total verfloht, mit Durchfall und Erbrechen an einem Silvestermorgen zu uns. Ein Mann, der sich nicht verständlich machen konnte, brachte sie in einer Pappkiste auf dem Fahrrad. Bis heute ist Sylvie magen-darmempfindlich. Aber es geht ihr gut. Sie ist befreundet mit Biene und Pfötchen, kommt aber mit allen Katzen gut klar.

Tiger II

Tiger ist zum zweiten Mal bei uns. Er ist ein uralter Kater, der in jungen Jahren kastriert worden war, davor und danach draußen leben musste, aber Futter bekam. Röntgenuntersuchungen zeigen, dass er vermutlich Autounfälle überlebt hatte, er hat sogar alte Wirbelfrakturen. Als er akut erkrankte, wurde er uns gebracht. Wir ließen behandeln, was man behandeln konnte. Er hat Arthrose, einen Nierenschaden, hat einen Schlaganfall erlitten, ist fast blind, taub und FIV-positiv. Ein so angeschlagenes Tier sollte nicht Eiseskälte, Sturm, Hagel und Nässe aushalten müssen. Er hätte draußen keine Chance mehr gehabt und genießt hier nun seine Rente mit Schutz und gutem Essen.

Tiger ist froh, dass er es nun trocken und warm hat, geschützt ausruhen kann und regelmäßig Essen und Trinken bekommt. Wir haben für ihn ein Gehege gebaut, aus dem er, abwechselnd mit den anderen Katzen, in den Garten kann.

Tilly

Wahrscheinlich ist unsere scheue Riesin ein Engel: anmutig, schön und die Sanftmut in Person – engelsgleich schwebt sie mit lautlosen, raumgreifenden Sätzen durch den Garten, den wir ursprünglich für groß hielten. Wenn Tilly mit fliegenden Ohren über den Rasen schwebt, hört man nichts. Tilly ist auf großen, leisen Sohlen unterwegs – graubraunbeige Schönheit mit weißen Pfotenspitzen.

Anfangs stumm, damit niemand sie bemerkt, hört sich Tilly inzwischen gerne reden: laut, kraftvoll und mit einem tiefen Bass, der einen 70-80 Kilo Hund erwarten lässt. Die sanftmütige Verwandte eines Irischen Wolfshundes stammt gebürtig aus Spanien und lebte später ein Jahr in einem Tierheim. Ihre Menschenscheu macht sie nicht zu einem Hund für „Einsteiger“.

Hunden gegenüber ist Tilly gelassen aber interessiert. Fast nie setzt sie ihre Interessen durch, außer es geht ums „Zeitungslesen“ beim Spazierengehen.

Tom

Tom lebte in einem Parkhaus. Sein Fell war von Autoabgasen und Asphalt grau verrußt. Möglicherweise erkrankt Tom eines Tages an den Spätfolgen dieser Lebensbedingungen. Als er zu uns kam, hatte er Ohrmilben, Flöhe und eine schlimme Augenentzündung. Anfangs verprügelte er jede Katze in seiner Nähe. Doch als der winzige, schwer verletzte Paul zu uns kam, nahm er sich seiner an, brachte ihm geduldig das Klettern und Balancieren bei. Tom benutzt unzuverlässig das Katzenklo und hat Allergien.

Traudl

Traudl kommt aus „Freilandhaltung“. Sie war knapp 20 Monate jung und damit einige Monate länger als vielfach üblich massenhaft zusammengesperrt mit täglicher Eierlegequal vernutzt worden. Sie brauchte extrem lange, um sich so gut davon zu erholen, wie es eben geht. Wir können sie nicht für immer vom Eierlegezwang befreien, den gierige Tiervernutzer ihnen angezüchtet haben. In ganz schlimmen Fällen versuchen wir aber, ihn für einige Zeit medikamentös zu unterdrücken.